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Full text of "Nachrichtenblatt der Bayerischen Entomologen"

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BAYERISCH 
ENTOMOLOG 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4) 



15. September 2004 



ISSN 0027-7452 



INHALT 

Reichholf, J. H.: Die Kastanienminiermotte Cameraria ohridella Deschka & Dimiq 1986, als 
Neozoon in Bayern und die Auswirkungen ihres Massenvorkommens (Lepidoptera, 
Gracillariidae) 

LiSTON, A. D. & Späth, J.: Bemerkenswerte Blattwespenfunde im Unteren Isartal (Nieder- 
bayern) (Hymenoptera, Tenthredinidae, Pamphiliidae) 

AiSTLEiTNER, E.: Fragmenta entomofaunistica VIII. Weitere Daten zur Hautflügler-Fauna von 
Vorarlberg, Austria occ. und dem Fürstentum Liechtenstein (Insecta, Hymenoptera) 

Kurze Mitteilungen 

Reichholf, J. H.: Puppe von C-Falter Polygonia c-alhum L. an Tollkirschen Atropa belladonna L. 
Reichholf, J. H.: Landkärtchen Araschnia levana (L.) verjagt einen Admiral Vanessa atalanta L. 
und einen Rosenkäfer Cetonia aurata (L.) von seiner Sitzwarte aus 

Grußworte und Vorträge anläßlich des Festprogramms 

"100 Jahre Münchner Entomologische Gesellschaft" 

zum 42. Entomologentag am 12./ 13. März 2004 

RucKDESCHEL, W.: Begrüßung anläßlich der Eröffnung der Ausstellung "Insektensammlun- 
gen - Insektendarstellungen"' 

RucKDESCHEL, W.: Begrüßung zur Festveranstaltung 

Böhm, W.-H.: Grußwort des Regierungspräsidenten von Oberbayern 

BuRMEiSTER, E.-G.; Die Münchner Entomologische Gesellschaft - eine 100jährige Erfolgsge- 
schichte (Kurzfassung) 

Haszprunar, G.: Neues zur Phylogenie der Insekten 

Resolution der MEG: Artenkenntnis der einheimischen Fauna: Ein unverzichtbarer Teil im 
Lehrplan der Gymnasien 

Burmeister, E.-G.: Zur Reaktion des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus 

Burmeister, E.-G.: Zur Ausstellung "Insektensammlungen und Insektendarstellungen" 

Aus der Münchner Entomologischen Gesellschaft 

Bericht über das 16. Treffen der südostbayerischen Entomologen, darin: Kurzfassung des Dia- 
vortrags von H. Kolbeck: Psychiden - ihre Lebensweise und Vorkommen in Bayern.... 

MEG-Mitglieder liefern wichtige Beiträge zum Naturschutz - Ergebnisse der Mitgliederum- 
frage zur Mitarbeit beim Naturschutz 

Tagungsankündigungen 

Programmvorschau 2004/2005 

Bankverbindung der MEG für intenationale Beitragsüberweisung 



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Herausgeber: Münchner Entomologische Gesellschaft, Münchhausenstraße 21, D-81247 München 

Schriftleitung: Prof. Dr. Ernst-Gerhard Burmeister und Hedwig Burmeister 

Copyright © 2004 by Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 

Wolfratshauser Straße 27, D-81379 München 



46 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

Die Kastanienminiermotte 

Cameraria ohridella Deschka & Dimic, 1986, 

als Neozoon in Bayern 

und die Auswirkungen ihres Massenvorkommens 

(Lepidoptera, Gracillariidae) 
Josef H. REICHHOLF 



Abstract 

As early as 1991 the Horse Chestnut Leaf Miner Cameraria ohridella reached the Lower Bavarian valley 
of the river Inn and late in the summer of 1992 a mass development occurred which caused an early 
leaf fall in August in a Chestnut alley of one of the villages (Bring) there. The chestnuts which feil from 
highly infested trees showed reduced weight of about 40 per cent compared with those from a weakly 
infested one nearby. Fig. 1 gives the change in abundance of chestnuts across the weight classes. But 
a recent study in the western part of the city of Munich revealed a much lower degree of weight 
reduction by only half of the amount a decade earlier (22 per cent) which looks like a compensation 
achieved by the trees after a prolonged exposure to these invasive leaf mining microlepidoptera. No 
substantial damages can be stated for the trees now after 12 years of mass occurrence of this pest species 
which probably came from the same refugial area of the Southeastern Balcans like the Horse Chestnut, 
which had been brought to Central Europe half a millenium ago. 



Einleitung 

Bayern wurde von der erst 1985 entdeckten und 1986 beschriebenen Kastanienminiermotte 
Cameraria ohridella Deschka & Dimic, 1986, vom Linzer Raum her bereits zu Beginn der 1990er 
Jahre erreicht und besiedelt (Heitland et al. 2003). Die vielleicht tatsächlich erste Ansiedlung 
kam 1991 am unteren Inn südlich von Passau zustande und zwar an der bekannten "Kastanien- 
allee" von Ering am Inn, Landkreis Rottal-Inn, Niederbayern, die vom nordöstlichen Ortsrand 
geradlinig zum Innkraftwerk Ering-Fraunenstein (48 Flußkilometer vor dem Zusammenfluß 
von Inn und Donau in Passau) führt. Dort fielen im Spätsommer die kennzeichnenden Minen 
in den Blättern der Roßkastanien auf, aber erst am 4. September 1993 kam auf einen sehr starken 
Befall hin die Bestätigung der Bestimmung durch F. Gusenleitner (Linz) zustande. 

Im Jahr davor war es bereits zu einer so ausgeprägten Massenvermehrung der Miniermotte 
an den Eringer Kastanien gekommen, daß diese im August auffällig braun wurden und eine 
erste nähere Untersuchung der Auswirkung des bisher unbekannten Befalls veranlaßten. Dieser 
unterschied sich deutlich genug von der ebenfalls häufigen "Blattbräune der Roßkastanie", die 
mitunter zum vorzeitigen Blattfall im August führt und vom Pilz Guignardia aesculi (Peck) Stew. 
hervorgerufen wird (Schutt et al. 1992). Wo die Kastanien häufig und stark von diesem Pilz 
befallen worden waren, blieb möglicher Weise der neue Befall mit der Miniermotte jahrelang 
unerkannt. Deshalb ist nicht auszuschließen, daß Cameraria ohridella schon früher, kurz nach der 
Ausbreitung im Linzer Raum, auch Südostbayern erreichte. Auf ihre Biologie und den bisheri- 
gen Verlauf ihrer invasiven Ausbreitung braucht nach der umfassenden Übersicht von Heit- 
land et al. (2003), die auch die relevante Literatur enthält, hier nicht eingegangen zu werden. 
Vielmehr sollen einige Befunde dargelegt werden, welche die Folgen für den Baum, für die 
Roßkastanie Aesculus hippocastanum L. behandeln. 



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Anmerkungen zur Roßkastanie 

"Unsere" Roßkastanien stammen aus den Bergen des südöstlichen Balkans. Sie wurden vor fast 
einem halben Jahrtausend, im Jahre 1576, vom österreichischen Hofbotaniker Clausius (1525- 
1609) nach Wien gebracht und erfuhren vor allem im 19. und 20.Jahrhundert eine weite Verbrei- 
tung in Mitteleuropa, wo sie, wie insbesondere in Österreich und Bayern, als Biergarten- 
(schatten)bäume geschätzt wurden. Viele der heutigen Biergarten-Kastanien stammen aus dem 
19. oder frühen 20. Jahrhundert, und sie sind jetzt entsprechend groß und kräftig. Obwohl also 
selbst eine "gebietsfremde Art", ein "Neophyt" (Kinzelbach 2001), wird sie wegen dieser 
Wertschätzung zumeist nicht als solche behandelt (Hartmann et al. 1995). Die aus anscheinend 
demselben Reliktareal, aus dem die Roßkastanie kommt, stammende Miniermotte hingegen gilt 
als großer Schädling, als gefährlich-invasive Art. Spezielle Forschungen, unter anderem auch 
von Behörden des Bayerischen Staates initiiert und finanziert, sollten ihre Lebensweise klären 
und geeignete Bekämpfungsmaßnahmen ergeben. Aber werden die Kastanien von den Minier- 
motten tatsächlich geschädigt und wenn ja, in welcher Weise und in welchem Umfang? Bei der 
Langlebigkeit der Kastanien, für die ein "durchschnittliches natürliches Alter" von 200 Jahren 
angegeben wird (Zimmermann 1982), können Kurzzeituntersuchungen von wenigen Jahren 
Dauer naturgemäß die Problematik nicht voll erhellen. Mitchell (1975) führt ein Alter bis zu 300 
Jalire an. 

Das Alter, das von den Kastanien erreicht werden kann, wird vielleicht auch noch unter- 
schätzt, weil ein Großteil der heutigen "Biergartenkastanien" erstens noch nicht die natürliche 
Altersgrenze erreicht haben und zweitens auch nicht in einem natürlichen Bestand wachsen, 
sondern auf doch sehr künstlichen Standorten. Gut ein Jahrzehnt nach dem Auftreten von 
Massenbefall mit den Miniermotten sollte es aber möglich sein, "mittelfristige Effekte" erkennen 
und erfassen zu können. 



Indikator Kastaniengewichte 

Gleich nach der ersten Massenentwicklung von Miniermotten wurden an den Kastanien der 
Eringer Allee am 26. und 27. September 1992 Stichproben von reifen, abgefallenen Kastanien 
genommen. Da erst ein Teil der Bäume stark befallen war, konnten zwei etwa gleich große und 
gleich alte ausgewählt werden für den Vergleich der "Erstwirkung" (abgesehen vom Verbräu- 
nen der Blätter im August). Unter der Kastanie mit sehr starkem Befall und mehr als 80 % 
braunen Blättern wurden 160 Früchte als Stichprobe (unsystematisch) aufgesammelt und und 
in frischem Zustand gewogen; unter einer nur schwach befallenen (10-15 % Blattverbräunung) 
70 Kastanien. Abb. 1 zeigt den Befund. Die Kastaniengewichte sind in Größenklassen von je drei 
Gramm aufgegliedert. Sie erreichten maximal knapp 25 Gramm. 

Die starke Auswirkung des Befalls auf die Kastaniengewichte geht hieraus klar hervor. Der 
schwach befallene Baum lieferte Kastanien mit einem Durchschnittsgewicht von 15 Gramm, 
beim sehr stark befallenen fiel der Durchschnitt aber auf 9 Gramm. Aus dem Vergleich des 
Kurvenverlaufs läßt sich entnehmen (Abb. 1), daß am stark befallenen Baum zwar durchaus 
normalgewichtige bis große Kastanien vorkamen, aber in vergleichsweise geringem Prozentsatz 
- und umgekehrt! Faßt man die unteren Gewichtsklassen von 1 bis 12 Gramm zusammen und 
stellt sie den oberen von 13 bis 24 Gramm wechselseitig gegenüber, so entfallen 23 % auf die 
kleinen Klassen beim sehr schwach befallenen Baum und 25 % auf die großen Klassen beim sehr 
stark befallenen. Die Häufigkeits-Maxima liegen fast spiegelbildlich zueinander und der jewei- 
lige Maximalwert der Größenklassen nimmt 29 % ein. Die Wägungen bestätigten den Eindruck, 
daß unter dem sehr stark befallenen Baum vorwiegend recht kleine Kastanien lagen und unter 
dem schwach befallenen normal große. 

Die Direktwirkung fiel also zu Begimn des Befalls - es handelte sich mit an Sicherheit 
grenzender Wahrscheinlichkeit um die tatsächlich erste Massenvermehrung der Miniermotten 
an dieser Allee - sehr markant aus. Auf die Bäume selbst hatte das aber, wie die Kontrollen in 



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Befall mit Miniermotten 




10-12 13 -15 ' 16-18 19-21 ZPTfi 



Abb. 1: Gewichtsverteilung der reifen Kastanien Ende September 1992 ixir schwachen und sehr 
starken Befall mit Miniermotten - Kastanienallee Ering am Inn, Niederbayern. 



den nachfolgenden Jahren bis zum Sommer 2003 ergaben, keine erkennbare Wirkung. Keine der 
50 kontrollierten Kastanien trug sichtbare Schäden davon oder starb in den seither vergangenen 
12 Jahren ab. Dabei war es zum Beispiel am 2. Oktober 1994 schon zu jenem inzwischen bekannt 
gewordenen Phänomen gekommen, daß die vorzeitig entlaubten Kastanien an manchen Ästen, 
vornehmlich in unteren und mittleren Randbereichen, wieder neu austrieben und zu dieser Zeit, 
Anfang Oktober, sogar Blüten ansetzten. Nicht selten entfalteten sich diese auch. 

Mitte der 1990er Jahre erreichte die Kastanienminiermotte München, wie das bei ihrer 
stürmischen Ausbreitung auch gar nicht anders zu erwarten gewesen wäre (vgl. dazu auch die 
Übersicht in Heitland 2003). Die Kastanienreihen am Nymphenburger Kanal und im Schloß- 
park wurden befallen; sodann auch die großen Kastanien entlang der Autobahn München - 
Starnberg (Ostseite) und schließlich praktisch jede überhaupt vorhandene Kastanie. Der Befalls- 
grad schwankt mit dem Witterungsverlauf im Frühsommer, aber er hängt auch sehr klar davon 
ab, ob überhaupt und falls ja, mit welcher Gründlichkeit im Herbst das abgefallene, die überwin- 
ternden Puppen enthaltende Laub entfernt wird. Im Nahbereich der Zoologischen Staatssamm- 
lung in München-Obermeiizing ergab sich im Biergarten des Gasthauses "Zum grünen Baum" 
die Möglichkeit, dies näher zu verfolgen, nachdem auf die Bedeutung der Laubentfernung 
anläßlich eines Interviews aufmerksam gemacht worden war. Den Boden bedeckt hier eine 
saubere Schicht von Feinkies. 

Wenige hundert Meter entfernt wächst in einem Privatgarten mit recht naturnaher Vegeta- 
tion eine Kastanie ganz ähnlicher Größe, bei der die Möglichkeit zur praktisch vollständigen 
Entfernung des Herbstlaubes nicht gegeben ist. Im besonders frühen und außerordentlich 
warmen Sommer 2003 entwickelte sich daran ein starker Befall mit Miniermotten, während 
dieser an den Kastanien im Biergarten (s.o.) schwach bis mäßig blieb, obgleich beide derselben 
Witterung ausgesetzt waren (was aber Feinunterschiede im Mikroklima nicht ausschließt). 

Die Wirkungen des Befalls mit Miniermotten auf die Kastaniengewichte und ihre Entwick- 
lung fielen bemerkenswert wenig unterschiedlich aus. Bei der Voruntersuchung Ende August, 
als die Kastanien noch in den grünen Hüllen steckten, wogen je 60 vom stark befallenen Baum 
durchschnittlich 5,4 Gramm, während es die vom schwach befallenen auch nur auf 6,8 Gramm 
gebracht hatten. Einen Monat später als die reifen Früchte ausfielen, belief sich der Unterschied 
auf 13,7 zu 17,65 Gramm. Die Differenz von 4 Gramm bedeutet eine Ertragsminderung von 22 % 
und diese kann wohl auf die Miniermotten zurückgeführt werden. 

Bemerkenswert gering ist dieser Unterschied deswegen, weil 11 Jahre vorher in der Eringer 
Allee die Differenz zwischen dem sehr stark und dem schwach befallenen Baum (auf diesen 
= 100 % bezogen) mit 40 % fast doppelt so hoch ausgefallen war. Nun sind aber die hier in 
München untersuchten Bäume auch schon 7 Jahre mehr oder minder stark, auf jeden Fall aber 



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20 ^ 
15 
10 
5 



Gramm Kastaniengewichte (Ende Sept.) 

17,6 Befall mit Miniermotten 

sehr 15 



Ende 



schwach 



stark 
13,7 



Ende 
Aug. 
5,4 



sehr stark 
9 



München'03 



Erlng'92 München'03 Ering'92 



Abb. 2: Vergleich der Kastaniengewichte zu Beginn und gut ein Jahrzehnt nach der Einwanderung 
von Cameraria ohridella in Ering am Inn und im Münchner Westen: Durchschnittsgewichte 1992 und 
2003 sowie Vergleich der Gewichtsentwicklung. 



alljährlich von den Miniermotten befallen. Also kompensieren sie diesen möglicher Weise schon. 
Für diese Annahme spricht, daß - wie Abb. 2 zeigt - das Durchschnittsgewicht der Kastanien 
Ende September 2003 in München, Gastgarten "zum grünen Baum", mit 17,6 Gramm sogar 2,5 
Gramm höher lag als Ende September 1992 beim eher noch schwächer ausgeprägten Befall an 
der Eringer Allee und mit 13,7 Gramm fiel der "Münchner Durchschnitt" 2003 beim starken 
Befall um fast 5 Gramm besser aus als 1992 der "Eringer". Allerdings schließen diese Befunde 
die Produktion unterschiedlicher Mengen an Kastanien nicht aus. Doch es schienen Ende 
September 2003 die beiden Vergleichsstellen im Hinblick auf die Zahl der zu Boden gefallenen 
Kastanien "nicht auffällig verschieden". 

Somit geht aus diesen Befunden klar hervor, daß über die Jahre 

- auch (sehr) starker Befall mit den Miniermotten die Kastanien nicht tötet, und 

- Effekte auf die Größe der Kastanienfrüchte (Gewichte) nachweisbar sind. 

Die Verminderung des Kastaniengewichts um 20 bis 25 % beeinträchtigt wahrscheinlich die 
Vitalität der Bäume selbst nicht und da es bei der großen Zahl tatsächlich Jahr für Jahr produ- 
zierter Kastanien auch bei starkem Befall einen ausreichend erscheinenden Anteil solcher mit 
hohen Gewichten gibt (um 25 % nach Abb. 1), läßt sich aus diesem "Minus" schwerlich eine 
nachhaltige Schädigung der Kastanien ableiten. Denn diese sind als Anlagen-Bäume gepflanzt 
und werden nicht wirtschaftlich für Holz- oder Kastanienproduktion genutzt. Der Befall mit 
Miniermotten stellt also klar ein optisch-ästhetisches Problem dar und muß als solches behandelt 
werden. Die zahlreichen Detailuntersuchungen haben gezeigt, daß die Raupen der Miniermot- 
ten auch eine ganze Reihe "natürlicher Gegenspieler" haben (Heitland et al. 2003). Mit der 
fortdauernden Koexistenz beider gebietsfremder Arten in Mitteleuropa ist also zu rechnen. 

Eine andere Lage würde sich ergeben, sollte Cameraria ohridella auf die Edel- oder Eßkasta- 
nien Cnstauea sativa Mill. überwechseln. Diese vielfach geäußerte Befürchtung dürfte aber 
unbegründet sein, da die Eßkastanien nicht den Kastanien, sondern einer ganz anderen Familie, 
nämlich den Buchen (Fagaceae), angehören und die Miniermotte bislang nicht einmal nemiens- 
wert die hybride Rotblühende Roßkastanie Aesculus x carnea, eine Kreuzung zwischen der 
gewöhnlichen Roßkastanie und der nordamerikanischen Aesculus pmvia L., befällt. Die Roßkas- 
tanien (Hippocastanaceae) stehen systematisch den Ahornen (Aceraceae) nahe und ein Über- 
wechseln von Cameraria ohridella von diesen auf die Roßkastanien wird für möglich oder gar 
wahrscheinlich gehalten (Heitland et al. 2003). 



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Zusammenfassung 

Bereits 1991 erreichte die Kastanienminiermotte Cameraria ohridella das niederbayerische Inntal und im 
Spätsommer 1992 gab es erstmals eine Massenvermehrung an der "Eringer Kastanienallee" mit 
vorzeitigem Laubfall. Die Kastanien, die ein sehr stark befallener Baum dieser Allee produzierte, 
waren mit 9 Gramm Durchschnittsgewicht um 6 Gramm leichter als bei einem schwach befallenen 
derselben Allee. Abb. 1 zeigt die Verschiebung in der Häufigkeit der Größenklassen. Doch Untersu- 
chungen zu den Kastaniengewichten nach dem Sommer 2003 im Münchner Westen ergaben einen nur 
halb so großen Gewichtsunterschied (22 % Gewichtsverminderung bei starkem Befall), was auf eine 
Kompensationsleistung der Bäume hinweist (Abb. 2). Eine nachhaltige Schädigung oder gar ein 
Absterben der jahrelang stark befallenen Kastanien ließ sich nach 12 Jahren im Gegensatz zu 
entsprechenden Befürchtungen nicht nachweisen. 



Literatur 

Deschka, G. & DiMic, N. 1986: Cameraria ohridella sp.n. aus Mazedonien, Jugoslawien. - Act. ent. 

Jugoslavica 22, 11-23. 
Hartmann, E., Schuldes, H., Kübler, R. & Konold, W. 1995: Neophyten. - Ecomed. Landsberg. 
Heitland, W., Kopelke, J.-P. & Freise, J. 2003: Die Roßkastanien-Miniermotte - 19 Jahre Forschung und 

noch keine Lösung? - Natur & Museum 133, 221-231. 
KiNZELBACH, R. 2001: Das Jahr 1492: Zeitenwende für Flora und Fauna? In: Gebietsfremde Arten, die 

Ökologie und der Naturschutz. Rundgespräch 22 der Kommission für Ökologie, Bayerische 

Akademie der Wissenschaften, München, 15-27. 
Mitchell, A. 1975: Die Wald- und Parkbäume Europas. Parey, Hamburg. 
Schutt, P., Schuck, H. J. & Stimm, B. 1992: Lexikon der Forstbotanik. - Ecomed. Landsberg. 
Zimmermann, G. 1982: Zahlenlexikon Wald. - DRW-Vlg., Stuttgart. 

Anschrift des Verfassers: 

Prof. Dr. Josef H. Reichholf 

Zoologische Staatssammlung 

Münchhausenstr. 21 

D-81247 München 

E-Mail: Reichholf.Ornithologie@zsm.mwn.de 



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Bemerkenswerte Blattwespenfunde im Unteren Isartal 

(Niederbayern) 

(Hymenoptera, Tenthredinidae, Pamphiliidae) 
Andrew D. LISTON & Jochen SPÄTH 

Abstract 

Recent records of 14 species of sawfly (12 Tenthredinidae, 2 Pamphiliidae) from the Iower Isar Valley, 
Lower Bavaria, Germany, are presented. Euiira daphuoidica Kopelke, 2001, is an addition to the German 
fauna. Six species are newly recorded in Bavaria: Euura lügritarsis (Cameron, 1885), E. piirpureae 
Kopelke, 1996, Feuusella ghmcopis (Konow, 1907), Pachynematus cakicola Benson, 1948, Pontania piirpu- 
reae (Cameron, 1884) and Pamphilhis albopictus (Thomson, 1871 ). The occurrence of Anoplonyx destructor 
Benson, 1952 and Pseudodineura mciüiens (Thomson, 1871) in Bavaria is confirmed. Records of some 
supposedly rare species are discussed. The thermophyllic Mouopluidmis spiiwlae (Klug, 1816) was 
widespread and Teiitliredo vespifonnis Schrank, 1781, very locally abundant in the lower Isar Valley. 
The only recent occurrence of Eurhadinoceraea ventralis (Panzer, 1799) under natural conditions in 
Germany is documented. 

Einleitung 

Im Vergleich aller deutschen Bundesländer sind aus Bayern die meisten Pflanzenwespenarten 
bekannt: 601 der von Blank et al. (2001) aus Deutschland gemeldeten 708 Arten wurden in 
Bayern nachgewiesen. Dies liegt einerseits am intensiveren Erfassungsgrad der Pflanzenwes- 
penfauna Bayerns. Andererseits treten hier viele alpine und südliche Faunenelemente auf, die 
in nördlicheren Regionen Deutschlands nicht vorkommen (Jemiller 1894, Kraus 1992). Das 
aktuelle Wissen über die Verbreitung der Pflanzenwespen Deutschlands wurde in der neuen 
Checkliste zusammengefasst (Blank et al. 2001). Dank ihrer Gliederung in einzelne Bundeslän- 
der erlaubt diese Liste eine gezielte faunistische Arbeit auf Länderebene. Aufbauend auf dieser 
Liste wurde im südostbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau in ausgewählten Lebensraum- 
typen mit einer Erfassung der Pflanzenwespen begonnen. Die vorliegende Arbeit berichtet über 
14 bemerkenswerte Blattwespenarten des Unteren Isartales. Der Untersuchungsschwerpunkt 
lag in den isarnahen Bereichen des Unteren Isartales (320-370 m ü. NN) mit ihren teils arten- 
reichen Au- und Hangleitenwäldern sowie Magerstandorten (Magerwiesen, Isardämme, Kies- 
abbau). Hier wurden 11 der 14 Arten nachgewiesen. 

Methoden 

Alle Blattwespenarten wurden mittels Sichtfang und Keschern von Imagines und Larven, bzw. 
durch Sammeln von Gallen und Blattminen nachgewiesen. Belegexemplare der Imagines befin- 
den sich in der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM), Larven, Gallen und Blattminen 
in der Sammlung des Erstautors. Alle Fundorte liegen im Landkreis Dingolfing-Landau (Regie- 
rungsbezirk Niederbayern). Angaben zum Status der Arten in der bayerischen Roten Liste sind 
Kraus (1992) entnommen. Die Artbezeichnungen der Futterpflanzen folgen Haeupler & MuER 
(2000). 



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Abb. 1: Ausgewachsene Larve von Eiirhadiiioccrnea voitnilis (1<S mm) an ihrer (utterpflanze Steppen- 
waldrebe (Clcinatis recta). Die fast monochrom lindgrüne Larve ist - außer an den Beinen - weiß 
bewachst. Am Rücken befinden sich walzenförmige Sensillen, die deutlich kleiner und spitzer sind als 
bei Arten der nahe verwandten Gattung Rhadinoceraea. 



Ergebnisse 



Tenthredinidae 

Atioplomjx destmctor Benson, 1952 

Wiederfund in Bayern. Schermau-Kirchblick, an mederhängenden Ästen einer Lärche (Larix 
decidua); 21.8.2002, 1 Larve (48°35'59"N 012°28'12"E, 467 m). 

Die älteren Larvenstadien der 4 mitteleuropäischen Anoplom/x-Arten sind mit dem Schlüssel 
von Pschorn-Walcher & Zinnert (1971) gut bestimmbar. Adulte A. apicalis (Brischke, 1883) 
(= duplex auctt.) und destructor ähneln sich jedoch sehr, weshalb in Sammlungen die beiden Arten 
häufig verwechselt wurden. A. destructor gilt als rein parthenogenetisch, von A. apicalis wurden 
Mämichen häufig nachgewiesen. Blank et al. (2001) erwähnen A. destructor nicht für Bayern. 
Pschorn-Walcher & Zinnert (1971) beschreiben die Art als "in der Umgebung von München 
sehr häufig". 

Eurhadinoceraea ventralis (Panzer, 1799) (Abb. 1) 

Erstfund in Südbayern. Bayern RLl. NSG "Rosenau", Larven an Blättern der Aufrechten 
Waldrebe (Clematis recta) in Kalkmagerrasen; 8.6.2002, wenige Larven an 2 Pflanzen; 22.6.2002, 
viele Larven an mehreren Pflanzen; 16.5.2003, 19 auf Stängel von C. recta sitzend (48°39'45"N 
012°34'46"E, 345 m). 

Diese Art gilt in Deutschland als selten (Taeger et al. 1998). hi Bayern war sie bisher nur aus 
Nordbayern bekannt. Ihre Larven ernähren sich von C. recta (Lorenz & Kraus 1957, Kraus 1992). 
Die einzigen neueren Nachweise von E. veutralis aus Deutschland stammen von Gewächshäu- 
sern, wo C/f/;;rtf;s-Kultursorten befallen wurden (M. Kraus, S. M. Blank pers. comm.). In älterer 



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Literatur wird teilweise die Gewöhnliche Waldrebe (C. vitnlba) als Futterpflanze angegeben (zit. 
in Lorenz & Kraus 1957), doch beruht dies vermutlich auf einer Verwechslung mit Moiwphadnus 
spinolae (s. unten). An C. vitalba wurden im NSG "Rosenau" keine E. veniralis gefunden, obwohl 
ihre Larven in unmittelbarer Nähe an C. recta fraßen. Larven, die an C. rccta gesammelt wurden, 
fraßen in Gefangenschaft nicht, wenn ihnen ausschließlich C. vitalba-'&Vaiier angeboten wurden, 
Blätter von C. recta hingegen fraßen sie. E. veniralis scheint aber nicht monophag an C. rccta zu 
sein, da Pettersson (1986) die Art als Schädling verschiedener C/f?/;«f;s-Arten in schwedischen 
Parkanlagen beschreibt. Leider wird außer C. taiigutica keine weitere Cleinatis-Art erwähnt. 

Elllira dapliiioidicn Kopelke, 2001 

Erstfund in Deutschland. Straßenrand südlich von Ganacker, Gallen an Knospen von Grup- 
penpflanzung der Reif- Weide (Salix daphiwides); 20.7.2002, 1 Galle; 21.8.2002, 2 Gallen 
(48°42'38"N 12°41'31"E, 336 m). 

E. daphrwidica war bisher aus Österreich (Salzburg, Kärnten) und der Schweiz (Graubünden, 
Wallis) nachgewiesen (Kopelke 2001). Die Gallen dieser Blattwespenart befinden sich innerhalb 
der Blütenknospen von S. daplvioides. Befallene Knospen sind nur selten verdickt und unter- 
scheiden sich kaum von nicht befallenen. Erstere sind wesentlich härter, ihre Spitze leicht 
deformiert. Außerdem zeigen sie dort, wo das Weibchen mit seinem Legeapparat die Eier durch 
die Blattstielbasis in die Knospe hineinlegt, eine dauerhafte kleine Narbe. Eine weitere Blattwes- 
penart (Pontauia acutifoliae dapluioidcs Zinovjev, 1985) ist wie E. daphnoidica monophag an 
S. daphiwides. Ihre Blattgallen kamen an obigem Fundort häufiger vor als die von £. daphnoidica. 

In Mitteleuropa ist S. daphnoides in den Alpenflusstälern heimisch (Hess et al. 1976). Außer- 
halb dieser Flusstäler ist sie gelegentlich als "echte Palmweide", sowie als Bienenweide gepflanzt 
bzw. verwildert (Zahlheimer 2001). Der aktuelle Fund von S. daphnoides liegt am nordöstlichen 
Rand des Verbreitvmgsgebietes dieser Art in Bayern (Schönfelder & Brezinsky 1990). Auch die 
Suche nach weiteren S. daphnoides im Landkreis Dingolfing-Landau erbrachte nur gepflanzte 
Bestände. An keinem dieser Vorkommen wurden Gallen von E. daphnoidica gefunden, jedoch 
öfter diese von P. a. daphnoides. Im Gallenlierbar der Botanischen Staatssammlung München 
befinden sich fünf Triebe von S. daphnoides mit je 2-4 Gallen von E. daphnoidica. Diese Belege 
wurden am 9.9.1919 von M. Mayr in Pfronten (Eglsee, 900 m) gesammelt und von Ross (1922) 
sowie Huber (1969), entsprechend dem damaligen Wissensstand, als E. mucronata (FIartig, 1837) 
bezeichnet. 

Elllira nigritarsis (Cameron, 1885) 

Erstfund in Bayern. NSG "Rosenau", Gallen an Knospen der Sal-Weide (Salix caprea) am Rand 
eines Weidengebüsches; 15.7.2002, 3 Gallen (48°39'47"N 12°34'54"E, 345 m). 

Der einzige Nachweis von E. nigritarsis aus Deutschland stammte bisher aus Brandenburg 
(Kopelke 1999, 2001). Der Status dieser Art wurde kürzlich von Kopelke (2001) revalidiert, 
nachdem sie bisher als jüngeres Synonym von E. mucroiiata (Hartig, 1837) galt. 

Euiira ptirpiireae Kopelke, 1996 

Erstfund in Bayern. 1 km w. Ottering, auf vermuflich gepflanzten Salix purpiirea x viminalis bei 
Teich. 28.4. und 11.5.2002, 46, 59 (48°42'19"N 12°31'21"E, 390 m). Harburg (48°40'22"N 
12°37'41"E), Gallen an Salix purpurea. 2.2003, 19 3.2003 (Zimmerzucht). 

Aus Deutschland war diese Blattwespenart bisher nur von Hessen bekannt (Blank et al. 
2001). Laut Kopelke (1999) ist S. purpurea die einzige Futterpflanze. Am Fundort Ottering und 
in seiner Umgebung kamen keine S. purpurea vor, sondern nur S. purpurea x viminalis, so dass 
auch diese Hybride als Futterpflanze geeignet scheint. Die Gallen vom Fundort Harburg waren 
einseitig rundliche Schwellungen in den Jahrestrieben unterhalb der Knospen. Sie könnten 
deshalb mit den recht ähnlichen Gallen von E. laeta verwechselt werden, die bisher jedoch nur 
von S. viminalis bekannt sind. Kopelke (1999) beschreibt und illustriert die Galle von E. purpureae 
als schmale, symmetrisch-spindelförmige Sproß-Schwellung. Weshalb die Harburger Gallen 



54 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

anders geformt sind als die von Kopelke (1999) abgebildeten, ist derzeit unklar. Aus dem Allgäu 
befindet sich ein spindelförmiger Gallentyp von E. piirpiireae in der Botanischen Staatssammlung 
München (Fundort Buching, Pfefferbichl, alte Kohlengrube, 820 m ü. NN, Salix purpurea, 
28.8.1972, leg. A. Schröppel). 

Fenusella glaucopis (Konow, 1907) 

Erstfund in Bayern. NSG "Rosenau", Blattminen (z.T. noch mit Larven) an Zitterpappel (Popu- 
lus tremiila) am Südrand eines Gehölzes; 25.5.2002, 5 Minen (48°39'45"N 12°34'46"E, 345 m). 

In Deutschland wurde die Art bisher aus Baden-Württemberg und Mecklenburg- Vorpom- 
mern gemeldet (Blank et al. 2001). Die Minen von F. glaucopis finden sich ausschließlich an 
P. tremula, die sehr ähnlichen Minen von F. hortulana (Klug, 1818) nur an der Schwarz-Pappel 
(P. nigra). 

Macrophya tentona (Panzer, 1799) 

Wiederfund in Südbayern. Bayern RLl. NSG "Goben", über einer Gruppe der Zypressen- 
Wolfsmilch {Euphorbia cyparissias, Larvenfutterpflanze) in Kalkmagerrasen fliegend; 12.5.2001, 
19 (48°40'06"N 12°88'54"E, 340 m). 

Diese Blattwespenart war schon immer selten. Kraus (1992) erwäluit sie aus Nordbayern, 
Jemiller (1894) von Regensburg und München. 

Monophadnus spinolae (Klug, 1816) 

Bayern RLS. Am Südrand des Isartals, besonders an sonnigen Waldrändern; 9.-30.6.2002, \0S, 
49. 6 Fundorte entlang eines 11 km langen Abschnitts des Isartales zwischen Dingolfing "Alm" 
(48°37'50"N 12°30'51"E, 365 m) und Usterling (48°39'51"N 12°39'06"E, 367 m). 

Bei warmem Wetter zeigten die Adulti an sonnigen Stellen ein sehr aktives Flugverhalten 
(Balzflug). Auch bewegten sie sich lebhaft auf den Blättern der Gewöhnlichen Waldrebe {Clema- 
tis vitalha, Larvenfutterpflanze) sowie benachbarter anderer Pflanzen, besonders Hopfen {Humu- 
lus lupulus). M. spinolae ist in Deutschland weit verbreitet, laut Taeger et al. (1998) jedoch relativ 
selten. Trotz mehrjähriger intensiver Suche im Unteren Isartal wurde M. spinolae erst im Jahr 
2002, dann aber an 6 Fundorten nachgewiesen. Bedingt durch das Ausbleiben der Nieder- und 
Mittelwaldbewirtschaftung in den Isar-Auwäldern breitet sich C. vitalba seit einigen Jahrzehnten 
aus. Dies könnte sich positiv auf den Bestand von M. spinolae auswirken. 

Pachynematus calcicola Benson, 1948 

Erstfund in Bayern. NSG "Rosenau", Kalkmagerrasen. 7.5.1999, 19; 1.5.2002, 19; 4.5.2002, \6 
(48°39'45"N 12°34'46"E, 345 m). 

Taeger & Blank (1998) synonymisieren diese Art mit P. xanthocarpns (Hartig, 1840). Blank 
et al. (2001) ordnen sie P. fallax (Serville, 1823) zu. Die Exemplare von "Rosenau" unterscheiden 
sich deutlich von P. fallax. Die Weibchen haben eine dunkel behaarte Sägescheide, welche bei 
P. fallax hell behaart ist (Benson, 1958). Auch sind bei weiblichen P. calcicola die hellen Körper- 
teile weißlicher als bei P. fallax. Bei männlichen P. calcicola ist der Fortsatz des 8. Abdominalter- 
gits deutlich anders geformt als bei P. fallax. Wie Lacourt (1999), sehen wir P. calcicola als gültige 
Art an. 

Pontania purpureae (Cameron, 1884) 

Erstfund in Bayern, NSG "Rosenau" von blühenden Purpur-Weiden (Salix purpurea) und La- 
vendelweiden (S. eleagnos) je 29 gekeschert; 24.4. und 1.5.2002, Rand eines Weidengehölzes 
(48°39'47"N 12°34'39"E, 345 m). 

Weitere Nachweise dieser Blattwespenart aus Deutschland stammen aus Baden-Württem- 
berg, Flessen, Sachsen und Thüringen (Blank et al. 2001). Sie gehört der Pontania crassispina- 
Gruppe an, deren Larven - ähnlich der Gattung Phyllocolpa - offene Gallen (sog. Blattrollen) 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 55 

erzeugen (ZlNOVjEV & Vikberg 1999). Alle Autoren erwähnen die Monophagie der Larven dieser 
Blattwespenart an Salix purpiirea. Die an S. tieagnos gekescherten Imagines waren hier vermutlich 
nur auf Blütenbesuch. Die Kätzchen von Lavendel-Weide scheinen für viele Blattwespenarten 
eine sehr attraktive Nahrungsquelle zu sein. 

Pseudodineum mentiens (Thomson, 1871) 

Wiederfund in Bayern. Dingolfing "Alm", Minen in Leberblümchen-Blättern (Hepntica nobilis) 
in Laubwald; 6.7.2002, 7 verlassene Minen, 1 mit lebender Larve (48°37'50"N 12°30'51"E, 365 m). 
In Deutschland war diese Art bisher nur aus Oberbayern (Lorenz & Kraus 1957) und 
Schwaben (Huber 1969b) nachgewiesen, sowie vor 1900 aus Mecklenburg- Vorpommern (Blank 
et al. 2001). Unter den auI3eralpin vorkommenden fünf Pseiidodi)iciira- Arten nimmt P. mentiens 
eine Sonderstellung ein: fressende Larven von P. mentiens kommen bis Ende August vor, 
hingegen beenden die anderen außeralpinen Pseudodineura-Arten ihre Fressphase bereits im 
Frühjahr (BuHR 1941). 

Tenthredo vespiformis Schrank, 1781 

Bayern RL2. NSG "Isarauen bei Goben"; 19.6.2001, 8(5, 59 (48°40'06"N 12°38'54"E, 340 m). Seit 
1993 wurde die Art jährlich zwischen dem 11. und 20. Mai am Nordufer der Isar bei Gottfrieding 
in mehreren Exemplaren beobachtet (48°38'37"N 12°32'00"E, 352 m). 

Taeger et al. (1998) beschreiben die Art als "schon immer selten, wärmeliebend, möglicher- 
weise nur in Kalkgebieten". Jemiller (1894) erwähnt T. vespiformis {=pnIlicornis Fabricius, 1798) 
als nicht selten bei Trostberg. Die Larvenfutterpflanze ist unbekannt. Larven der nahe verwand- 
ten T. maculata Geoffroy, 1785, fressen an Gräsern (Lorenz & Kraus 1957). An beiden Vorkom- 
men im Unteren Isartal ist T. vespiformis keinesfalls selten. Gemeinsam mit ihr kommt T. maculata 
vor, jedoch in geringerer Individuenzahl. Imagines beider Arten wurden bei Gottfrieding stets 
an sonnenbeschienenen Gehölzrändern beobachtet. Sie waren auf Blättern von oder im Flug um 
Berg-Ahorn (Acer pseudoplatamis), Spitz-Ahorn (A. platanoides) und seltener Stiel-Eiche (Querciis 
robur) zu sehen. Hier handelt es sich wahrscheinlich um eine Art "Höhen- oder Balzflug". 
Begattungen wurden in 1-4 m Höhe über dem Boden häufig auf Ahornblättern, seltener an 
Eichen beobachtet. Im NSG "Isarauen bei Goben" hielten sich beide Tenthredo- Arten an freiste- 
henden, älteren Stiel-Eichen auf oder umflogen sie. Freistehende Ahornexemplare kommen hier 
nicht vor. 



Pamphiliidae 

Neiirotoma faiista (Klug, 1808) 

Wiederfund in Südbayern. Bayern RLl. NSG "Isaraltwasser und Brennenbereich bei Mam- 
ming", über jungem Prunus spinosa auf Kalkmagerrasen fliegend; 24.5.2003, 19 (48°39'17"N 
12°32'06"E, 350 m). 

Diese vorwiegend mediterrane Art war in Südbayern bisher nur durch ein Weibchen aus 
Trostberg nachgewiesen (Jemiller, 1894). Aus Deutschland sind nur weibliche Tiere bekannt, 
südlich der Alpen auch Männchen (Schede & Oberprantacher 2001). Von jeher selten, ist diese 
farblich sehr auffallende Art an Wärmestandorte gebunden. Erst kürzlich identifizierte 
E. Altenhofer (brietl Mitt.) Prunus spinosa als Larven-Wirtspflanze. 

Pamphilius albopictus (Thomson, 1871) 

Erstfund in Bayern. NSG "Isarauen bei Goben", an Trauben-Kirsche (Prunus padus, Wirtspflan- 
ze) am Rand von Auen-Mittelwald; 1.5.2002, 19 (48°40'06"N 12°38'54"E, 340 m). 

In Deutschland wurde P. albopictus bisher nur in Baden-Württemberg und Sachsen nachge- 
wiesen (Blank et al. 2001). Die hellen Körperteile sind von intensivem Grün, welches nach dem 
Tod schnell verblasst. Diese in Mitteleuropa sehr seltene Art ist der einzige, sich ausschließlich 



56 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

parthenogenetisch fortpflanzende Vertreter der Gattung Pamphilius in Europa. Über ihre Taxo- 
nomie und Verbreitung berichtet Shinohara (1998). 



Diskussion 

Die meisten mitteleuropäischen Blattwespenarten bevorzugen feuchte und kühle Lebensräume. 
Wärmeliebende Arten sind wenig bekannt; ausgesprochen xerothermophile Arten sind selten. 
Unter den in vorliegendem Artikel erwähnten Blattwespenarten befinden sich fünf xerothermo- 
phile Vertreter. Ihre Seltenheit zeigt sich dadurch, dass eine Art aus Bayern bisher nicht bekannt 
war und drei Arten in Bayern den Rote-Liste-Status 1 aufweisen (Kraus 1992). Alle fünf Arten 
kommen auf natürlichen Trockenstandorten (Flussschotterheiden) des Unteren Isartals vor. 
Solche praealpinen Flussschotterheiden sind heute nur als kleine, verinselte Restbeständen 
erhalten, weshalb der langfristige Bestand ihrer faunistischen und floristischen Vielfalt stark 
gefährdet ist. 



Danksagung 

Herrn E. Diller und den Bibliothekarinnen der Zoologischen Staatssammlung, München gilt unser 
Dank für den Zugang zur Sammlung sowie die Hilfe bei Literatur-Recherchen. Der Regierung von 
Niederbayern danken wir für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung, Dr. A. Taeger (Deutsches 
Entomologisches Institut, Eberswalde) für die Beschaffung von Literatur sowie Dr. D. Triebel (Bota- 
nische Staatssammlung, München) für den Zugang zur Gallensammlung. 



Zusammenfassung 

Das Vorkommen von 14 bemerkenswerten Blattwespenarten (12 Tenthredinidae, 2 Pamphiliidae) im 
Unteren Isartal aus dem Landkreis Dingolfing-Landau (Regierungsbezirk Niederbayern) wird be- 
schrieben. Euura daphnoidica Kopelke, 2001, wurde erstmals in Deutschland nachgewiesen. Sechs 
Artnachweise sind neu für Bayern: Euura uigritarsis (Cameron, 1885), £. purpureae Kopelke, 1996, 
Fenusella glaucopis (KoNOW, 1907), Pachynematus calckola Benson, 1948, Pontania purpureae (Cameron, 
1884) und Pamphilius albopictus (Thomson, 1871). Das Vorkommen von Anoplonx/x destrudor Benson, 
1952 und Pseudodineura mentiens (Thomson, 1871) in Bayern wird bestätigt. Das Vorkommen einiger 
seltener, wärmeliebender Blattwespenarten auf den praealpinen Flussschotterheiden des Unteren 
Isartales wird diskutiert. Hier ist Moiwphaduus spinolae (Klug, 1816) verbreitet; Teiühredo vespiformis 
Schrank, 1781, ist sehr lokal, jedoch mit höherer Populationsdichte vertreten. Die in neuerer Zeit aus 
Deutschland nur von Gewächshäusern bekannte Eurhadinoceraea veutralis (Panzer, 1799) wurde im 
natürlichen Lebensraum an Clemaiis recta nachgewiesen. 



Literatur 

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Blattwespen. - Mitt. Münch. Ent. Ges. 31, 903-926. 
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Ulmer, Süjttgart, 760 S. 
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Pteridophyta bis Caryophyllaceae. - Birkhäuser Verlag, Basel, 858 S. 
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— 1969b: Blattminen Schwabens. - Ber. naturf. Ges. Augsburg 23, 3-136. 

Jemiller, J. 1894; Versuch einer Zusammenstellung der südbayerischen Hymenopteren. I. Tenthre- 
dinidae, Ichneumonidae. - Ber. naturw. Ver. Schwaben 31, 93-156. 

KoPELKE, J.-P. 1999: Gallenerzeugende Blattwespen Europas - Taxonomische Grundlagen, Biologie 
und Ökologie (Tenthredinidae: Nematinae: Eiiurn, PIn/Uocolpa, Pontania). - Cour. Forsch. -Inst. 
Senckenberg 212, Frankfurt /Main, 183 S. 

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Tenthredinidae, Nematinae). - Senckenbergiana biol. 81, 191-225. 

Kraus, M. 1992: Rote Liste gefährdeter Blatt-, Halm und Holzwespen (Symphyta) Bayerns. - Sehr. R. 
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Lacourt, J. 1999: Repertoire des Tenthredinidae ouest-palearctiques (Hymenoptera, Symphyta). - 
Mem. SEE, Paris 3, 432 S. 

Lorenz, H. & Kraus, M. 1957: Die Larvalsystematik der Blattwespen (Tenthredinoidea und Megalo- 
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Pettersson, M.-L. 1986:Växtskyddsäret 1985 - trädgärd. - Växtskyddsnotiser 50 (1), 13-16. 

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genera of the subtribe Euurina (Hymenoptera: Tenthredinidae, Nematinae). - Ent. Scand. 30, 281- 
298. 

Anschriften der Verfasser: 

Andrew D. Liston 

Amselweg 84 

D-84160 Frontenhausen 

Dr. Jochen Späth 

Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau e.V. 

Obere Stadt 1 

D-84130 Dingolfing 

E-Mail: jochen.spaeth@lra-dgf.bayern.de 



58 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

Fragmenta entomofaunistica VIII* 

Weitere Daten zur Hautflügler-Fauna 

von Vorarlberg, Austria occ. und dem Fürstentum Liechtenstein 

(Insecta, Hymenoptera) 
Eyjolf AISTLEITNER 



Abstract 

52 species of the families Sphecidae, Apidae, Vespidae and Eumenidae are listed. Andrena fulvida, 
Nomada flava, Nomada goodeniami and Polistes biglumis are recorded from Liechtenstein the first time. 



Vorbemerkung und Dank 

In den letzten Jahren hat die Literatur über Hymenopteren, die ausschließlich die Faunenver- 
hältnisse Vorarlbergs zum Inhalt haben, erfreulicherweise an Zahl zugenommen; man verglei- 
che hierzu etwa Kopf & Schiestl (2000), Glaser (2000), Glaser et al. (2003), Kopf (2003). Über 
Liechtenstein publizierte BlERl (2002) eine umfangreiche Arbeit. 

Aus der eigenen lokalfaunistischen Tätigkeit der letzten zwei Jahrzehnte werden in Ergän- 
zung zweier vorangegangener Publikationen (Aistleitner 2000, Aistleitner & Schede 2002) 
weitere Hymenopteren-Beifänge bearbeitet und in der vorliegenden Arbeit die Daten zur 
Verfügung gestellt. 

Dies wäre jedoch ohne die großzügige Bestimmungshilfe der Spezialisten nicht möglich 
gewesen, die das gesamte Material einsahen und determinierten. So gilt mein herzlicher Dank 
den Herren HR Dr. Josef Gusenleitner und Mag. Fritz Gusenleitner, Linz, Herrn Pater Andreas 
W. Ebmer, Puchenau und Herrn Maximilian Schwarz, Ansfelden. 

Nicht zuletzt gilt mein Dank meinem Sohn Herrn Mag. Ulrich Aistleitner für seine Mitarbeit 
im Gelände und für seine Organisationsarbeit. 



Datenlage, Materialverbleib 

Das Material wurde - wenn nicht anders vermerkt - von Eyjolf und Ulrich Aistleitner in den 
Jahren 1964 bis 99 aufgesammelt; es wird in deren Arbeitssammlung im Büro OeGDI, Feldkirch 
aufbewahrt. 



Abkürzungen 










Vorarlberg: BW 


Bregenzerwald 




RH 


Rheintal 


GW 


Großes Walsertal 




WG 


Walgau 


KW 


Kleines Walsertal 




TB 


Tannberg 


MO /RA Montafon/Rätikon 








CH Schweiz 


m 


Männchen 






FL Fürstentum Liechtenstein f 


Weibchen 







Aistleitner, E. & W. Schede (2002): Fragmenta entomofaunistica VII. Einige Pflanzenwespen aus 
Vorarlberg (Austria occ.) und dem Fürstentum Liechtenstein sowie Streufunde aus dem europä- 
ischen Raum (Insecta: Hymenoptera: Symphyta). - Mitt. Internat, entomol. Ver., Frankfurt a.M., 
27(1/2), 83-90. 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 59 

Artenliste 

Für die Erstellung der Artenliste wurde folgende Literatur verwendet: Dollfuss (1991), GuSEN- 
LEiTNER (1981), Mandery et al. (2003), Schwarz et al. (1996), Schwarz, Gusenleitner & Mazzuc- 
co (1999), Schwarz & Gusenleitner (2000) 

Sphecidae - Grabwespen 

Ammoiihila sabiilosa (Linnaeus, 1758) 

CH/FL Balzers, Elltal, 550-700 m, 26.6.90, Im 
Pemp'hirdoii liigciis Dahlbom, 1842 

WG Nenzing-Latz, 750 m, 5.6.97, If 
Pemphrcdon montana Dahlbom, 1845 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 23.7.82, If 
Pemphredon morio Van der Linden, 1829 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 23.7.82, If. Neu für Vorarlberg 
Crossocerus vagnbuudus (Panzer, 1798) 

WG Bludesch, Magerwiesen, 550-620 m, 8.6.97, If 
Ectemnius cavifrons (Thomson, 1870) 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 30.8.87, If 
Ectemnius continuus (Fabricius, 1804) 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 23.7.82, 12.8.82, If 
Ectemnius lapidarius (Panzer, 1804) 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 12.8.82, If 

Apidae - Bienen 

Andrena cinemria (Linnaeus, 1758) 

FL Schaan, Rheindamm, 450 m, 10.5.97, If 
Andrena fulva (Müller, 1766) 

FL Schaan, Bahnstrasse, 450 m, 11.4.99, 2f 
Andrena fulvida Schenck, 1853 

FL Schaan, Äscher, 450 m, 1.6.99, If. Neu für Liechtenstein 
Andrena haemorrhoa (Fabricius, 1781) 

CH/FL Balzers, Elltal, 500-650 m, 16.4.88, Im 

FL Balzers, Senni, 500 m, 16.4.89, 4m 
Andrena nitida (Müller, 1776) 

WG Göfis, Gasserplatz, 550 m, 20.5.98 

FL Balzers, Senni, 500 m, 16.4.89, If; Schaan, Rheindamm, 450 m, 10.5.97, If 
Andrena rogenhoferi Morawitz, 1872 

KW Mittelberg, Untere Lüchle Alpe, 1550 m, 11.6.97, If 
Andrena ventralis Imhoff, 1832 

FL Schaan, Rheindamm, 450 m, 10.5.97, If 
Panurginus herzi Morawitz, 1892 

KW Mittelberg - Baad, 1250 m, 11.6.97, 2m. Erstfund für Vorarlberg (Schwarz & Gusenleit- 
ner 2000) 
Halictus Simplex (Blüthgen, 1923) 

WG Bludesch, Magerwiesen, 550-620 m, 20.7.95, If 
Lasioglossum calceatum (Scopoli, 1763) 

BW Doren - Bozenau, 450 m, 30.7.98, Im 

WG Bludesch, 550-650 m, 11.5.86, 2f, 23.3.97, If 

FL Balzers, Rheindamm, 480 m, 10.5.97, If; 

Schaan, Oberer Forst /Tschageil, 600 m, 23.4.89, If 



60 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

Lasioglossum fratellum (Perez, 1903) 

TB Lech-Oberlech, Gipslöcher, 1850 m, 10.6.96, Im 
Lasioglossum fulvicoriw (Kirby, 1802) 

WG Bludesch, Magerwiesen, 550-620 m, 11.5.86, If 

FL Balzers-Mäls, Rlieindamm, 480 m, 23.7.87, If 
Lasioglossum leucozonium (Schrank, 1781) 

FL Triesen, Litzenen, 600-700 m, 10.5.86, If 
Lasioglossum pauxillum (Schenck, 1853) 

WG Bludesch, Magerwiesen, 550-620 m, 11.5.86, If 
Lasioglossum zonulum (Smith, 1848) 

FL Ruggell, Rlieindamm, 430 m, 8.9.85, 2m 
Osmia hicolor (Schrank, 1781) 

FL Schaan, Rheindamm, 450 m, 10.5.97, If 
Osmia villosa (Schenck, 1853) 

MO /RA Gauertal, Latschätz Alpe, 1700 m, 26.8.82 If 
Osmia rufa (Linnaeus, 1758) 

FL Schaan, Bahnstrasse, 450 m, 11.4.99 Im 
Authidium byssinum (Panzer, 1798 

WG Bludesch, Magerwiesen, 600 m, 2.7.97, Im 
Authidium mauicatum (Linnaeus, 1758) 

CH/FL Balzers, Ellwiesen, 600 m, 4.7.94 
Megachile circumcinda (Kirby, 1802) 

KW Mittelberg-Baad, 1250 m, 11.6.97 
Megachile parietiua (Geoffroy, 1785) 

CH/FL Balzers, Elltal, 500-650 m, 7.5.88 If, 14.6.88 2f, 19.7.89 If, 4.7.94 If 
Nomada armahi Herrich-Schäffer, 1839 

FL Balzers, Senni, 500m, 14.6.88 
Nomada flava Panzer, 1798 

FL Balzers, Senni, 500 m, 23.4.89, If. Neu für Liechtenstein 
Nomada fidviconüs Fabricius, 1793 

FL Schaan, Rheindamm, 450 m, 10.5.97, If 
Nomada goodeuiana (Kirby, 1802) 

WG Nenzing-Latz, 750 m, 15.5.97, If 

FL Balzers, Senni, 500 m, 4.5.89, If. Neu für Liechtenstein 
Eucera longicornis Linnaeus, 1758 

WG Ludesch-Ludescherberg, 700 m, 5.6.97, Im 

FL Balzers-Mäls, Rheindamm, 480 m, 23.7.87 
Eucera nigrescens Perez, 1879 

WG Bludesch, Magerwiesen, 550-650 m, 11.5.86 i.A. 
Melecta albifi-ons Forster, 1771 

RH Feldkirch-Gisingen, 12.5.97, If 

FL Schaan, Bahnstrasse, 450 m, 11.4.99, If 
Bombus sylvarum (Linnaeus, 1761) 

FL Ruggell, Rheindamm, 430 m, 8.9.85; Balzers, Senni, 500m, 26.8.87 

Vespidae - Soziale Faltenwespen 

Vespula germanica (Fabricius, 1793) 

RH Feldkirch -Tosters, 450 m, 26.5.87, If; Feldkirch-Gisingen, 440 m, 5.9.96, 1 Arb. 

BW Schwarzenberg VII./VIIL 89, If, leg. Zündel 

FL Balzers-Mäls, Rheindamm, 480 m, 23.7.87, If 
Vespula vulgaris Linnaeus, 1758 

BW Schwarzenberg VII./VIII.89, If, leg. Zündel; Doren-Rohrhalden, Weißach-Mündung, 

460 m, 29.7.98 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 61 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 25.8.87 

FL Balzers, Senni, 500 m, 30.5.87, If 
Dolichovespula adulterina (Buysson, 1905) 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 4.8.85, Im 
Dolichovespula media (Retzius, 1783) 

RH Feldkirch-Gisingen, 440 m, 30.8.96, 6m, 2f 

WG Frastanz-Gampelün, 700 m, 21.5.2000, Nest und 2 Expl.mort., leg. Aistleitner & Lichten- 
berger 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 12.8.87, 1 Arb. 
Dolichovespula nonoegica (Fabricius, 1781) 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 4.8.85, 3m, 1 Arb. 
Dolichovespula saxonica (Fabricius, 1793) 

GW Sonntag, Untere Tschengla, 1000 m, 4.8.85, 2 Arb.; 28.6.87, If 

FL Triesenberg-Steinort, 1000 m, 1.5.87, If 
Polistes biglumis (Linnaeus, 1758) 

RH Feldkirch-Gisingen, 450 m, 1V.96, If 

FL Ruggell, Rheindamm, 430 m, 8.9.85, 5ff. Neu für Liechtenstein 
Polistes domiiudus (Christ, 1791) 

RH Feldkirch-Tosters, 450 m , 19.3. 87, If; Feldkirch-Gisingen, 440 m, 12.4.99, 2f 

WG Frastanz-Einlis, Rainweg, 500 m, 8.9.96, 1 Arb. 
Polistes nimpha (Christ, 1791) 

RH Feldkirch-Gisingen, 450 m, 19.4.64, 2f, leg. W. Keller 

WG Ludesch-Ludescherberg, 700 m, 5.6.97, If 

Eumenidae - Solitäre Faltenwespen 

Ancistrocerus antilope (PAnzer, 1798) 

RH Meiningen, 430 m, 1.6.92., If, leg. Schaub 
Ancistrocerus claripennis Thomson, 1874 

BW Schwarzenberg, VIL/VIIL 89, If, leg. Zündel 
Ancistrocerus nigricornis (CURTIS, 1826) 

RH Feldkirch, 450 m, 24.5.93, If 
Symmorphus allobrogus (Saussure, 1855) 

KW Riezlern-Schwende, Ausserwald, 1150 m, 4.7.99, If. 
Symmorphus bifasciatus (Linnaeus, 1761) 

RH Feldkirch-Tosters, 450 m, 15.6.88, If, 2.7.89, If 



Zusammenfassung 

Aus den Familien Sphecidae, Apidae, Vespidae und Eumeiiidae werden insgesamt 52 Arten aufge- 
führt. Zahlreiche Belege sind aufgrund der frühen Funddaten Erstnachweise für das Untersuchungs- 
gebiet, es wird aber nur ausnahmsweise darauf hingewiesen. Für Liechtenstein werden 4 Arten 
erstmals gemeldet: Aiidrcna fulvida, Nomada flava, Nomada goodciuana und Polistes biglunüs. 



Literatur 

Aistleitner, E. 2000: Fragmenta entomofaunistica IV. Daten zur Hauttlüglerfauna Vorarlbergs, Austria 
occ. (Insecta, Hymenoptera). - Entomofauna 21(19), 237-248, Ansfelden. 

Aistleitner, E & W. Schede 2002: Fragmenta entomofaunistica VII. Einige Pflanzenwespen aus Vorarl- 
berg (Austria occ.) und dem Fürstenttmi Liechtenstein sowie Streufunde aus dem europäischen 
Raum (Insecta: Hymenoptera: Symphyta). - Mitt. internat. entomol. Ver. 27(1/2), 83-90. 



62 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

BiERi, S. 2002: Die Bienen und Wespen des Fürstentums Liechtenstein - Die beeindruckende Formen- 
vielfalt und mannigfaltigen Lebensweisen einer wenig bekannten Insektengruppe (Hymenoptera: 
Aculeata). - Ber. Bot.-Zool. Ges. Liechtenstein-Sargans-Werdenberg 29, 7-160, Schaan. 

DoLLFUSS, H. 1991: Bestimmungsschlüssel der Grabwespen Nord- und Zentraleuropas (Hymenoptera, 
Sphecidae) mit speziellen Angaben zur Grabwespenfauna Österreichs. - Stapfia 24, Linz; 247 pp. 

Glaser, F. 2000: Checkliste der Ameisen (Hymenoptera, Formicidae) Vorarlbergs - eine Zwischenbi- 
lanz - Vorarlberger Naturschau 8, 97-112, Dornbirn 

Glaser, F., Kopf, T & K. H. Steinberger 2003: Ameisen (Hymenoptera, Formicidae) im Frastanzer Ried 
und den Illauen (Vorarlberg, Österreich). Artenspektrum, Gefährdung und Schutzempfehlungen. 
- Vorarlberger Naturschau 13, 287-310, Dornbirn 

GuSENLEiTNER, J. 1981: Catalogus Faunae Austriae. Teil XVIk: Ü.-Fam. Vespoidea. - Verlag Österr. 
Akademie der Wissenschaften, Wien; 13 pp. 

Kopf, T. 2003: Wildbienen (Hymenoptera: Apidae) des Frastanzer Riedes und der angrenzenden Illaue 
(Vorarlberg, Österreich) - Vorarlberger Naturschau 13, 311-328, Dornbirn 

Kopf, T & F. Schiestl 2000: Wildbienen (Hymenoptera, Apoidea) an Hochwasserdämmen des Vorarl- 
berger Rheintales (Austria). - Vorarlberger Naturschau 8, 63-96, Dornbirn 

Mandery, K., Kraus, M., Voith, J., Wickl, K.-H., Scheuche, E., Schuberth, J. & K. Warncke (t) 2003: 
Faunenliste der Bienen und Wespen Bayerns mit Angaben zur Verbreitung und Bestandssituation 
(Hymenoptera: Aculeata). - Beiträge zur bayerischen Entomofaunistik 5, 47-98, Bamberg 

Schwarz, M., Gusenleitner, F., Westrich, P. & H. H. Dathe 1996: Katalog der Bienen Österreichs, 
Deutschlands und der Schweiz (Hymenoptera, Apidae). - Entomofauna, Suppl. 8, Ansfelden; 
398 pp. 

Schwarz, M., Gusenleitner, F. & K. Mazzucco 1999: Weitere Angaben zur Bienenfauna Österreichs. 
Vorstudie zu einer Gesamtbearbeitung der Bienen Österreichs III (Hymenoptera, Apidae). - 
Entomofauna 20(31), 461-524, Ansfelden 

Schwarz, M. & F. Gusenleitner 2000: Weitere Angaben zur Bienenfauna Österreichs. Vorstudie zu 
einer Gesamtbearbeitung der Bienen Österreichs V (Hymenoptera, Apidae). - Entomofauna 
21(32), 457-468, Ansfelden 

Anschrift des Verfassers: 

Dr. Eyiolf Aistleitner 
Büro OeGDI 
Kapfstr. 99 b 
A-6800 Feldkirch 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 63 

Kurze Mitteilungen 

Puppe von C-Falter Polygonia c-alhum L. 
an Tollkirschen Atropa belladonna L. 



Josef H. REICHHOLF 



Am 25. August 1979 fand ich an einem großen Bestand von Tollkirschen Atropa belladonna bei 
Mühlheim am Inn, Oberösterreich, die typische, auffällig glänzende "Silberflecken" tragende 
Puppe eines C-Falters Polygonia c-alhum. Sie hing an einem Blatt etwa 120 cm über dem Boden 
am vorderen Rand etwa in der Mitte des Tollkirschen-Bestandes hin zu einer Parkbucht der 
Straße, die dort ein kleines Waldstück (Fichten) durchschneidet. Die Tollkirschen nahmen eine 
Strecke von etwa 8 m entlang der Straße ein und reichten bis zum Beginn des Fichten-Hochwal- 
des etwa 3 m weit. Sie bildeten einen Reinbestand ohne auffällige Beimischung anderer Pflanzen 
uncl trugen viele gereifte Beeren. Da die Fundumstände recht untypisch für den C-Falter 
erschienen, wurde die Puppe zur Absicherung der Bestimmung mitgenommen und zum 
Schlüpfen gebracht. Am 5. September 1979 schlüpfte der Falter; ein Weibchen, das völlig normal 
entwickelt war und bald nach dem Erhärten der Flügel und den ersten Flugversuchen frei 
gelassen werden konnte. 

Dieser Fund wirft die Frage auf, woher die Raupe gekommen sein könnte. Nach Carter & 
Hargreaves (1987) hängen die Puppen des C-Falters an den Stängeln der Futterpflanze. Die 
Tollkirsche zählt jedoch den übereinstimmenden Literaturangaben zufolge (z.B. Ebert 1986, 
Sauer 1982) nicht dazu, und als Angehörige der Familie der Nachtschattengewächse (Solan- 
aceen) paßt sie auch nicht ins Spektrum der Futterpflanzen des C-Falters, das Nesselgewächse, 
wie Brennesseln und Hopfen sowie diverse Arten von Laubbäumen (Hasel, Ulme, Salweide) 
umfaßt. Aber solche gab es gar nicht in der Nähe des Fundortes der Puppe, die fast inmitten der 
Vorderfront des großen Bestandes von Tollkirschen hing. Die Raupe müßte schon über die 
geteerte Straße (von normaler Breite) heran gekrochen sein, denn dahinter fing der Fichtenhoch- 
wald an. Leider hatte ich es versäumt, genau nachzuforschen, ob noch weitere Puppen an diesen 
Tollkirschen vorhanden waren. Bei der guten Einsehbarkeit ihrer Bestände sollte es nicht schwer 
sein, genauer darauf zu achten, ob Raupen oder Puppen von C-Faltern daran zu finden sind. 
Wegen ihrer hohen Giftigkeit wurde die Tollkirsche bis in die jüngere Vergangenheit vielfach 
regelrecht bekämpft und ihre Vorkommen sind vielerorts vernichtet worden. Die mit ihr asso- 
ziierte Fauna blieb unbeachtet und daher so gut wie unbekannt. 



Literatur 

Carter, D. J. & B. Hargreaves 1987: Raupen und Schmetterlinge Europas und ihre Futterpflanzen. 

Parey, Hamburg. 
Ebert, G. (Hrsg.) 1993: Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Bd. L Tagfalter. Ulmer, Stuttgart. 
Sauer, F. 1982: Raupe und Schmetterling. Fauna Vlg., Karlsfeld. 

Anschrift des Vefassers: 

Prof. Dr. Josef H. Reichholf 
Zoologische Staatssammlung 
Münchhausenstr. 21 
D-81247 München 



64 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

Landkärtchen Araschnia levana (L.) verjagt einen Admiral 

Vanessa atalanta L. und einen Rosenkäfer Cetonia (L.) aurata 

von seiner Sitzwarte aus 

Josef H. REICHHOLF & Miki SAKAMOTO 

Am 11. Juli 2003 flogen bei sonnig-warmer Witterung zwei Landkärtchen Amschiüa levana der 
Sommerform in einem Garten am Ortsrand von Aigen am Inn, Gemeinde Bad Füssing, Land- 
kreis Passau. Eines landete um 16.15 Uhr in 2 Meter Höhe auf einem randlichen Blatt eines 
Klarapfelbaumes, an dessen herunter gefallenen Äpfeln auch ein Admiral Vanessa atalanta 
saugte. Ein Rosenkäfer Cetonia aurata hatte sich in der Nähe bis fast zu einem Drittel seiner 
Körperlänge in eine faulige Stelle eines noch hängenden Apfels eingebohrt und flog ab, als wir 
uns zu einer genaueren Beobachtung auf etwa einen Meter heran begeben hatten. 

Als wir wieder einige Meter zurück gegangen waren, flog der Admiral hoch und versuchte 
gut einen halben Meter vom Landkärtchen entfernt an besonnter Stelle zu landen. Doch er 
wurde sofort von diesem angegriffen und vertrieben. Wir nahmen keine besondere Notiz von 
diesem Vorgang, weil wir den Angriff für eine Verwechslung mit dem anderen Landkärtchen 
hielten, auf dessen Verbleib nicht geachtet worden war. Der Admiral landete ein Stück weit 
entfernt und breitete seine Flügel zum Sonnen aus. Die Landestelle war für das nach wie vor 
seinen Platz einnehmende Landkärtchen nicht zu sehen. 

Kurz darauf kam der Rosenkäfer geflogen; offenbar um wieder einen Apfel mit fauliger 
Stelle zu suchen. Sogleich griff das Landkärtchen an. Es führte mehrere Anflüge schräg von oben 
auf den geradlinig und ziemlich langsam fliegenden Käfer aus und trieb ihn damit fort. Doch 
dieser drehte nur eine weitere Schleife und kehrte zurück. Erneut griff ihn das Landkärtchen auf 
dieselbe Weise an. Viermal wiederholte sich der Vorgang, dann blieb der Rosenkäfer fort. 

Das Landkärtchen flog dabei erstaunlich schnell und machte die schräg von oben herab 
ausgeführten Angriffe jeweils aus einer Entfernung von 20 bis 30 Zentimetern. 

Inzwischen war auch der Admiral wieder aktiv geworden - und auch diesen griff das 
Landkärtchen sofort an. Wegen der ähnlichen Flugweise beider kam es nicht zu klar getrennten 
Einzelangriffen. Vielmehr stieß das Landkärtchen immer wieder auf den Admiral, bis dieser 
schließlich aufgab und die entgegengesetzte Seite des Baumes als Ruheplatz aufsuchte. Alle 
Angriffe zusammen dauerten etwa 10 Minuten. Danach blieb es 15 Minuten lang ruhig und die 
Beobachtung mußte abgebrochen werden. Das Landkärtchen saß unverändert mit geschlosse- 
nen Flügeln auf seiner Sitzwarte und rührte sich nicht. 

Weder Ebert (1991), noch Reinhardt (1984) geben Hinweise auf ein derartiges Verhalten des 
Landkärtchens. Vielmehr betont Ebert I.e. sogar, daß das Landkärtchen "keine perching species" 
sei und "anscheinend auch keine Früchte besuche". Tatsächlich bemerkten wir auch keinerlei 
Interesse dieses Landkärtchens wie auch des zweiten Falters dieser Art an den am Baum 
hängenden oder abgefallenen Klaräpfeln. Dagegen hatten der Admiral und der Rosenkäfer ganz 
offensichtlich gerade wegen der Äpfel den Baum aufgesucht. 

Der Angriff auf den ganz anders gearteten, für ein Landkärtchen nicht zu verwechselnden 
Rosenkäfer scheint uns völlig aus dem Rahmen zu fallen und der Admiral ist eigentlich auch viel 
größer als ein Landkärtchen. Wir konnten nicht erkemien, wozu die Angriffe "gut" gewesen sein 
könnten. 

Literatur 

Ebert, G. (Hrsg.) 1991: Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Bd. I. - Ulmer, Stuttgart. 
Reinhardt, R. 1984: Der Landkärtchenfalter Araschnia levana. - Neue Brehm-Bücherei Bd. 458. Ziem- 
sen, Wittenberg. 

Anschrift der Verfasser: 

Prof. Dr. Josef H. Reichholf & Miki Sakamoto, Zoologische Staatssammlung, Münchhausenstr. 21, D-81247 

München 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 65 

Grußworte und Vorträge anläßlich des Festprogramms 

"100 Jahre Münchner Entomologische Gesellschaft" 

zum 42. Entomologentag am 12./13. März 2004 

in der Zoologischen Staatssammlung München 

Eröffnung der Ausstellung 

"Insektensammlungen - Insektendarstellungen" 

Freitag, den 12. März 2003 

Begrüßung von Dr.-Ing. Dr. Walter Ruckdeschel 

Präsident der Münchner Entomologischen Gesellschaft e.V. 

Herzlich begrüße ich Frau Landtagsabgeordnete Barbara Rütting, die zur Ausstellungseröffnung 
zu uns sprechen wird, Regierungspräsident der Oberpfalz, Herrn Dr. Weidinger, mit Gattin, 
Herrn Ministerialdirigent Sommerer, Präsident der Freunde der Zoologischen Staatssammlung 
und deren Vizepräsident Prof. Heinzeller, Herrn Ltd. Ministerialrat Hörlein mit Frau Oberre- 
gierungsrätin Albrecht vom Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Herrn 
Ltd. Regierungsdirektor Bichlmeier von der Regierung von Oberbayern, Herrn Tsing-Min Chao 
von der Generaldirektion der Vertretung Taipehs in der Bundesrepublik Deutschland. Herr 
Chao hat für uns eine wunderschöne Fotopräsentation mit Insekten aus Taiwan einfliegen 
lassen und zusätzlich eine kleine Ausstellung taiwanesischer Papierkunst beigefügt. 

Ich begrüße die anwesenden ausstellenden Künstler: Die Frauen Daniela Croon, Ursula 
Freund, Ruth Kühbandner, Gudrun Maier, Rita Mühlbauer, Susamie Renner-Desinger sowie 
die Herren Nikos Dettmer und Bernhard Rausch. 

Für die vielen ausstellenden Fotografen möchte ich stellvertretend Frau GROß -Beck vom 
LBV begrüßen. Für die Historischen Aquarelle daiike ich Herrn Rimsl und für eine sehr interes- 
sante Posterdarstellung Frau Küpper. 

Ich danke allen, zumeist Mitgliedern der MEG, die für die Ausstellung Exponate aus ihren 
Privatsammlungen zur Verfügung gestellt haben, insbesondere auch den Herren Herbert Frey 
und Thomas Witt. 

Ich danke natürlich allen, die zum Gelingen der wunderschönen Ausstellung beigetragen 
und dazu noch einen interessanten Katalog gemacht haben, der für eine kleine Spende zu haben 
ist. Treibender Motor war unser Geschäftsführer, Herr Diller und unser Vizepräsident, Prof. 
Burmeister. Sie wurden untersKitzt von den Kollegen und Mitarbeitern in der ZSM, wofür ich 
Ihnen und auch besonders ihrem Chef, Prof. Haszprunar sehr herzlich danke! 

Ich heiße auch Sie, sehr verehrte Frau Hintelmann, herzlich willkommen, alle Ehrenmitglie- 
der und Mitglieder der Münchner Entomologischen Gesellschaft und der Freunde der Zoologi- 
schen Staatssammlung sowie alle Gäste und Vertreter der Medien. 

Meine sehr verehrten Damen, meine Herren, erlauben Sie mir einige kurze Bemerkungen zum 
heutigen Anlaß: 

Die MEG hat bereits im 3. Jahr ihres Bestehens - 1907 - eine Schmetterlingsausstellung 
durchgeführt, die in ihrer Konzeption der heute zu eröffnenden Insektenausstellung durchaus 
gleicht. Das darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass sich das Umfeld seit damals radikal 
verändert hat. Damals gehörten Schmetterlingsnetz und Botanisiertrommel zur Grundausrüs- 
tung vieler Kinder der "höheren Stände". Artenkeiintnis war noch ein wichtiges Bildungsgut, 
das man durch Anlegen kleiner Insektensammlungen und Herbare erwerben und vertiefen 
konnte. Natur- und Umweltschutz waren allenfalls lokale Fragestellungen, kein Mensch wäre 
auf den Gedanken gekommen, dass man - wie es heute geschieht - den unerlaubten Fang von 



66 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 




Abb. 1: Frau Landtagsabgeordnete Barbara Rütting eröffnete mit einem engagierten Plädoyer für 
Natur- und Umweltschutz die Ausstellung "Insektensammlungen - Insektendarstellungen". Ihr zur 
Seite Herr Direktor Tsing-Min Chao, Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, der 
erneut die gute Zusammenarbeit und den gegenseitigen Austausch von Kunst und Wissenschaft 
zwischen Taiwan und der Zoologischen Staatssammlung unter Beweis stellte. (Foto: M. Müller). 



Insekten unter Strafandrohung mit bis zu 5 Jahre Gefängnis stellen müßte. Seitdem hat sich aber 
auch viel in der Landschaft verändert: Die meisten bayerischen Moore sind entwässert, die 
artenreichen Magerrasen weitgehend verschwunden, die Wiesen und Felder auf Höchsterträge 
getrimmt. Der noch vor 100 Jahren vorhandene Artenreichtum ist in vielen Gebieten verschwun- 
den. Daran sind nicht die wenigen Insektensammler schuld, sondern die immer höheren An- 
sprüche an Ertrag und Wirtschaftlichkeit. Gerade die Insektenfauna ist ein sehr empfindlicher 
Indikator für die Umweltqualität unserer Landschaften. Damit gewinnen Insektensammlungen 
heute eine neue Bedeutung für den Umweltschutz. 

Sammeln kann aber nicht mehr, wie früher in den Raritätenkabinetten, ein Selbstzweck sein. 
Sammeln und Töten von Insekten zum Aufbau größerer Sammlungen ist heute nur mehr 
vertretbar, wemi damit systematische, morphologische, ökologische Fragestellungen beantwor- 
tet werden köi-men. Hierzu finden Sie unter den ausgestellten Sammlungen gute Beispiele: Sie 
finden z.B. systematische Sammlungen, die neu beschriebene Arten enthalten, die Typen sind 
durch rote Schildchen gekennzeichnet. Viele Sammlungen sind mehr faunistisch orientiert, 
versuchen also, die Fauna eines bestimmten Raumes - z.B. der Alpen - möglichst vollständig mit 
der Breite der Artenvariabilität darzustellen. Große Bedeutung haben heute präzise Fundetiket- 
ten an den Insekten, die eine Zuordnung zu den jeweiligen Biotopen ermöglichen sollten. Und 
schließlich sollten die Insekten in einer öffentlichen Sammlung für die zukünftige Forschung 
archiviert werden. 

Hinter den ausgestellten Insektenkästen stehen aber auch Menschen, die wir nicht vergessen 
sollten. Sie haben oft viele Jahre ihres Lebens für den Aufbau ihrer Sammlungen verwendet, 
haben viele Entbehrungen auf sich genommen, sich oft auch finanziell eingeschränkt, um die 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 



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Abb. 2: Gäste der Ausstellungseröffnung von links: Herr Direktionsassistent Dr. Andreas Kunkel, 
Frau Oberregierungsrätin Monika Albrecht vom Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und 
Kunst und Ltd. Ministerialrat Ulrich Hörlein mit Herrn Prof. Dr. Ernst-Gerhard Burmeister, Stellver- 
tretender Direktor der ZSM und Vizepräsident der MEG (Foto: M. Müller). 



Mittel für ihre Leidenschaft aufzubringen. Das Wort Leidenschaft ist sicher berechtigt, was 
schon manche Ehen ruiniert hat. Viel ließe sich über die Motivationsgründe sagen. Ganz wichtig 
ist aber dabei die Freude an der Vielfalt der Natur und die Lust Neues, Unbekanntes zu 
entdecken. Oft auch die Freude an der Schönheit dieser Geschöpfe. Dies hat auch immer schon 
die Künstler inspiriert, sich mit Insekten auseinander zu setzen. Wir sind froh und dankbar, dass 
eine Reihe von Künstlern, Maler, Bildhauer, Fotografen unsere Ausstellung mit ihren Werken 
bereichern. So können wir eine doppelte Spiegelung unserer Interessen beobachten, einmal im 
Licht rationaler, wissenschaftlicher Fragestellungen und einmal im Licht emotionaler, künstle- 
rischer Darstellung. 

Ich hoffe auf eine guten Besuch unserer Ausstellung und wünsche Ihnen dann später beim 
ersten Rundgang viel Spaß. 

Das Wort hat nun Flerr Dr. Robert Trusch für seinen Vortrag "Wunderbare Insekten". Anschlie- 
ßend wircl Herr Chao einige Worte an uns richten. Abschließend wird Frau Landtagsabgeord- 
nete Barbara Rütting die Ausstellung eröffnen. 



68 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

Festveranstaltung, Samstag 13. März 2004 

Begrüßung durch Dr.-Ing. Dr. Walter Ruckdeschel 

Präsident der Münchner Entomologischen Gesellschaft e.V. 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, 

der 42. Bayerische Entomologentag fällt diesmal in ein besonderes Jubiläumsjahr, am 19. Dezem- 
ber kann die MEG auf ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum zurückblicken. Wir freuen uns 
deshalb, dass besonders viele Mitglieder und Gäste zu dieser Veranstaltung gekommen sind, die 
ich alle sehr herzlich begrüße. Sie werden feststellen, dass wir - d.h. MEG und ZSM - uns auch 
besondere Mühe gegeben haben. 

Ich begrüße den Regierungspräsidenten von Oberbayern, Herrn Böhm, der uns die Ehre 
seines Grußwortes geben wir, Herrn Ministerialdirigent Sommerer, Präsident der Freunde der 
Zoologischen Staatssammlung, Herrn Prof. Dr. Haszprunar, den Hausherren und Direktor der 
Zoologischen Staatssammlung, den ehemaligen Generaldirektor der Staatlichen Naturwissen- 
schaftlichen Sammlungen Bayerns, Prof. Dr. Miller. 

Herrn Herbert Frey, dem heute unsere Ehrenurkunde überreicht werden darf, Frau Friederi- 
ke DiERL, die Gattin des verstorbenen Präsidenten der Münchner Entomologischen Gesellschaft 
und früheren Leiters der Abteilung Entomologie der ZSM, Dr. Wolfgang Dierl. 

Ganz besonders begrüße ich die Referenten /Referentinnen des heutigen Tages, Dr. Klaus 
Sattler aus London, Prof. Dr. Dalibor Povolny aus Brunn, Prof. Dr. Hans Strümpel aus 
Hamburg, Dr. Michael Balke aus London und die Münchner Referenten Frau Dr. Marion 
KOTRBA, Prof. Dr. Ernst-Gerhard Burmeister, Dr. Günter Gerlach und Dr. Andreas Segerer. 

Dankbar sind wir für die musikalische Begleitung durch das "Duo Spirabile", Frau Katalin 
Remitzky und Lars David Kellner. 

Meine Damen und Herren, 

unter den biologischen Disziplinen genießen Saurierforscher (Paläontologen), Vogelkundler 
(Ornithologen) oder Meeresbiologen zweifelsohne ein höheres Ansehen als wir Insektenforscher 
(Entomologen). Unser Bild bei den vielen Unkundigen entspricht etwa dem skurrilen Schmet- 
terlingsfänger auf dem bekannten Spitzwegbild. Die 100-Jahrfeier unserer Gesellschaft ist eine 
Gelegenheit, dieses Bild zurecht zu rücken: Insekten stellen die zahlreichste, vielfältigste Tier- 
gruppe dar, die auch für die Menschheit große Bedeutung besitzt. Insekten können als Überträ- 
ger von Krankheiten oder als Parasiten unsere Gesundheit oder die Gesundheit unserer Nutz- 
tiere gefährden; sie treten als Schädlinge an Bauwerken, Vorräten, und Pflanzen auf; sie sind 
andererseits aber auch unverzichtbare Teile vieler Wirkungsketten in der Natur, z.B. bei der 
Blütenbestäubung oder der Verrottung und Bodenbildung. Insekten stellen schließlich ein 
unermeßliches Beobachtungsfeld für die Prozesse der Evolution und die dabei entstandenen 
fantastischen Anpassungsleistungen dar, die heute in der Bionik als Vorbild für technische 
Innovation dienen. Insektenkunde ist also keine Tätigkeit skurriler Tierleichensammler sondern 
eine hochaktuelle Fachdisziplin, die mangels ausreichender Anzahl hauptamtlicher Biologen 
auf die Mitarbeiter interessierter Laien, wie es die meisten Mitglieder unserer Gesellschaft sind, 
angewiesen ist. Es geht insbesondere um die Erhebung und nachvollziehbare Dokumentation 
von Beobachtungsdaten. Hierzu ein aktuelles Beispiel zum Problem des Treibhauseffektes: 
Insekten reagieren durch Neubesiedlung geeigneter Lebensräume sensibel und schnell auf 
Klimaveränderungen. So haben z.B. unsere Mitglieder während des heißen und trockenen 
Sommers 2003 zahlreiche wärmeliebende Insekten beobachten können, die aus dem Mittelmeer- 
raum zugewandert sind. 

Die Bedeutung der Entomologie für den Naturschutz ist allgemein bekannt: Viele Mitglieder 
der MEG liefern kostenlos Beobachtungsdaten an die Naturschutzbehörden, die bei der Auswei- 
sung und Zustandskontrolle von Schutzgebieten sowie zur Beurteilung von Bau- und Erschlie- 




BAYERISCHEN 
ENTOMOLOGEN 



Inhaltsverzeichnis 

49. Jg. 2000 - 53. Jg. 2004 

AlSTLEiTNER, E.: Fragmenta entomofaunistica V. - Laufkäfernachweise von den Kanarischen Inseln, 
Madeira und den Azoren (Coleoptera, Carabidae), 62-66, 49 (3/4), 2000 

— Fragmenta entomofaunistica VIII. Weitere Daten zur Hautflügler-Fauna von Vorarlberg, Aus- 
tria occ. und dem Fürstentum Liechtenstein (Insecta, Hymenoptera), 58-62, 53 (3/4), 2004 

Bauer, R.: Beobachtungen zur Sexualbiologie der Ichneumoniden (Insecta, Hymenoptera, Ichneumo- 
nidae), 79-83, 49 (3/4), 2000 

Bembe, B., Gerlach, G., Schuberth, J. & Schönitzer, K.: Die Wildbienen im Botanischen Garten 
München (Hymenoptera, Apidae), 30-4L 50 (1/2), 2001 

Blösch, M.: Beitrag zur Biologie von Bembccmus pcregriniis Smith, 1856 und Olgia helena Beaumont, 
1953, zv^ei wenig bekannte Grabwespen des östlichen Mittelmeereaumes (Hymenoptera: 
Sphecidae, Crabronidae), 81-83, 51 (3/4), 2002 

Böhm, W.-H.: Grußwort des Regierungspräsidenten von Oberbayern zur Festveranstaltung '"100 Jahre 
MEG", 70-73, 53 (3/4), 2004 

Bräu, M.: Bemerkenswerte Insektenarten des Münchner Raums und ihre Lebensräume, 106-112, 50 
(4), 2001 

Bräu, M. Schwibinger, M.: Die Heuschreckenfauna des Naturraums Münchener Ebene (Insecta, 
Saltatoria), 138-151, 50 (4), 2001 

Bräu, M., Schwibinger, M. & Weihrauch, F.: Die Libellenfauna der Stadt München, 128-137, 50 (4), 
2001 

Buchsbaum, U.: Prof. Dr. Zdravko Lorkovic (t) (1900-1998), 43-44, 49 (1/2), 2000 

Burmeister, E.-G.: Die Münchner Entomologische Gesellschaft - eine 100jährige Erfolgsgeschichte 
(Kurzfassung), 73-78, 53 (3/4), 2004 

Zur Reaktion des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, 81-82, 53 (3/4), 
2004 

Zur Ausstellung "Insektensammlungen und Insektendarstellungen", 82-83, 53 (3/4), 2004 

Burmeister, E.-G & Diller, E.: 100 Jahre Münchner Entomologische Gesellschaft - Ein geschichtlicher 
Abriss, 2-9, 53 (1/2), 2004 

Bussler, H.: Beitrag zur Faunistik und Ökologie von Akimenis schnefferi (Laicharting, 1784) in Bayern 
(Coleoptera, Cerambycidae), 59-61, 49 (3/4), 2000 

Untersuchungen zur Faunistik und Ökologie von Cuciijus ciiinaberiiius (Scop., 1763) in Bayern 
(Coleoptera, Cucujidae), 42-60, 51 (3/4), 2002 



NachrBl. bayer. Ent. - Inhaltsverzeichnis 49. Jg. 2000-53. Jg. 2004 

Diller, E. & Beck, R.: Taxonomische Veränderungen bei Ncotypiis semirufus Kriechbaumer, 1884 
(Hymenoptera, Ichneumonidae, Ichneumoninae), 35-36, 52 (1/2), 2003 

Dötterl, St. & Hartmann, P.: Die Bienenfauna des Ökologisch-Botanischen Gartens der Universität 
Bayreuth (Hymenoptera, Apidae), 2-20, 52 (1/2), 2003 

Embacher, G.: Beitrag zur Verbreitung von Eiipithecia coiiterminata (Lienig & Zeller, 1846) (Lepido- 
ptera, Geometridae), 21-26, 49 (1/2), 2000 

— Ein zweiter Nachweis von Dichwramphn dentivalva Huemer, 1996, aus Salzburg (Lepidoptera, 
Tortricidae), 85-86, 51 (3/4), 2002 

Embacher, G., Haslberger, A. & Murauer, K.: Thera "variata"' inugo Burmann & Tarmann, 1983, neu 
für Bayern (Lepidoptera, Geometridae), 84-86, 50 (3), 2001 

Fazekas, I.: Notes on the genus Agdisitis from Asia Minor, with descriptions of two new species 
(Lepidoptera, Pterophoridae, Agdistinae), 2-10, 49 (1/2), 2000 

— Gefährdete Pterophoriden-Arten im Karpatenbecken (Microlepidoptera: Pterophoridae), 
14-20, 51 (1/2), 2002 

Franzen, M.: Zur Vertikalverbreitung von Carabus hüricntiis in den nördlichen Kalkalpen (Coleoptera, 
Carabidae), 87-88, 50 (3), 2001 

Freude, H.: Zabrus co^ndentus azerbaidjniiiciis ssp. n., eine neue Subspecies von Zabrus corpidentus 
(Schaum) (Coleoptera, Carabidae), 92, 49 (3/4), 2000 

— Monoimna vietnamense sp. n., eine neue Aspinatimonomma aus Nord-Vietnam (Tonking) 
(Coleoptera, Monommidae), 93, 49 (3/4), 2000 

Berichtigung zu NachrBl. bayer. Ent. 70, 48 (3/4); 93, 49 (3/4), 2000 

FüRSCH, H.: Eine neue Nephus-Art aus Rhodos (Coleoptera, Coccinellidae), 82-84, 50(3), 2001 

Gerstmeier, R.: 20. Bericht der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen, 54-58, 49 (3/4), 2000 

Grimm, R.: Zur Taxonomie von Eurycaulus Fairmaire, 1868, Subgenus Ammotrypes Fairmaire, 1879, 
stat.n. Sderonimon Reitter, 1904 syn. n. (Coeloptera , Tenebrionidae), 88-90, 50 (3), 2001 

Gros, P.: Belliers Würfel-Dickkopffalter, Pyrgiis bellieri (Oberthür, 1910), aus dem Gardaseegebiet im 
Trentino (Italien) (Lepidoptera, Hesperiidae), 27-30, 49 (1/2), 2000 

— Erstnachweis von Pyrgiis trebeviceusis (Warren, 1926) aus dem Landkreis Berchtesgaden 
(Oberbayern) (Lepidoptera: Hesperiidae), 10-13, 51 (1/2), 2002 

Haszprunar, G.: Neues zur Phylogenie der Insekten, 78-80, 53 (3/4), 2004 

Hausmann, A., Scheuringer, E. & Oswald, R.: In memoriam Josef Wolfsberger, 38-41, 51(3/4), 2002 

Hess, M. & Heckes, U.: Beitrag zur Wasserinsektenfauna der Bäche und Quellen im Stadtgebiet 
München (Ephemeroptera, Plecoptera, Heteroptera, Coleoptera, Trichoptera u.a.), 113-127, 50 
(4), 2001 

Hinz, R.(+): (hrsg. Horstmann, K.): Zwei neue Arten der Ctenopelmatinae aus Ostsibirien (Hymeno- 
ptera, Ichneumonidae), 41-43, 49 (1/2), 2000 

Hofmann, G. & Flechtner, G.: Cercyon alpinus Vogt, 1968, im Fichtelgebirge (Coleoptera, Hydrophil- 
idae), 20-23, 52(1/2), 2003 

Horstmann, K.: Typenrevisionen einiger von Habermehl beschriebener Ichneumonidae (Hymeno- 
ptera), 67-70, 49 (3/4), 2000 

— Typenrevisionen der von Thomson aus der Sammlung Lethierry beschriebenen Cryptinae 
(Hymenoptera, Ichneumonidae), 78-81, 50 (3), 2001 

— Bemerkungen zu einer Liste der aus Deutschland nachgewiesenen Ichneumonidae (Hymeno- 
ptera), 75-80, 51 (3/4), 2002 

Kotrba, M.: Fliegenschwärme im südbayerischen Seengebiet (Diptera: Chloropidae), 32, 53 (1/2), 
2004 



NachrBl. bayer. Ent. - Inhaltsverzeichnis 49. Jg. 2000-53. Jg. 2004 

Kuhlmann, M.: Struktur der Wildbienen und Wespenzönosen ausgewählter Waldstandorte im Natio- 
nalpark Bayerischer Wald (Hymenoptera, Aculeata), 61-74, 51 (3/4), 2002 

Kuhlmann, M. & Quest, M.: Stechimmenzönosen von Moorstandorten und eines Bruchwaldes sowie 
Ergebnisse einer dreijährigen Daueruntersuchung auf einer isolierten Lichtung im National- 
park Bayerischer Wald (Hymenoptera, Aculeata), 46-59, 52 (3/4), 2003 

Kurz, M. & Huemer, P.: Erstnachweis von Aiüliophiln abimsica Danilewsky,1969, in den Alpen (Lepi- 
doptera, Choreutidae), 87-91, 49 (3/4), 2000 

LiSTON, A. D.: Pontaiiia retictilata Malaise, 1920, in the Bavarian Alps (Hymenoptera, Tenthredinidae), 
83-84, 51 (3/4), 2002 

— On Bavarian gall-making sawflies on willows (Hymenoptera, Tenthredinidae, Nematinae), 
71-75, 52 (3/4), 2003 

LiSTON, A. D. & Späth, J.: Bemerkenswerte Blattwespenfunde im Unteren Isartal (Niederbayern) 
(Hymenoptera, Tenthredinidae, Pamphiliidae), 51-57, 53 (3/4), 2004 

Mauss, V., Schröder, St. & Botta, Ch.: Untersuchungen zur Höhenverbreitung von Hummeln und 
sozialen Faltenwespen im Arbergebiet des Bayerischen Waldes mit Anmerkungen zum Vor- 
kommen solitärer Stechimmenarten (Hymenoptera: "Sphecidae", Apidae, Pompilidae, Vesp- 
idae), 71-79, 49 (3/4), 2000 

Oswald, R.: Die Schmetterlinge des Landkreises Garmisch-Partenkirchen im 20. Jahrhundert (Lepido- 
ptera, Diurna, Macroheterocera), 5-29, 50 (1/2), 2001 

— Schmetterlingsraupen an Zier- und Nutzpflanzen im Stadtbereich München, 177-179, 50(4), 
2001 

Lasiocampa krreni (Herrich-Schäffer, 1847) - neu für Europa, 31, 53 (1/2), 2004 

Pröse, H.: Neue Ergebnisse zur Faunistik der "Microlepidoptera" in Bayern, Vierter Beitrag (Insecta, 
Lepidoptera).Dem Gedenken an Alfons Speckmeier gewidmet. 51-65, 50 (1/2), 2001 

— Zum Gedenken an einen unvergessenen Münchner Lepidopterologen, 66-67, 50 (1/2), 2001 

Reichholf, J. H.: Comeback der Rosenkäfer Cetonia niirata (L.) in München (Coleoptera, Scarabaeidae), 
75-79, 52 (3/4), 2003 

Die Kastanienminiermotte Camerarin ohrkieUa Deschka & DiMic, 1986, als Neozoon in Bayern 
und die Auswirkungen ihres Massenvorkommens (Lepidoptera, Gracillariidae), 46-50, 53 
(3/4), 2004 

Puppe von C-Falter Polygonia c-album L. an Tollkirschen Atropa bdladonua L., 63, 53 (3/4), 2004 

Landkärtchen Araschnia levana (L.) verjagt einen Admiral Vanessa atalauta L. und einen Rosen- 
käfer Cetonia aurata (L.) von seiner Sitzwarte aus, 64, 53 (3/4), 2004 

Reike, H.-P. & Junker. E. A: Dienerella argiis (Reitter, 1884): Erstnachweis für Bayern (Insecta, Coleo- 
ptera, Latridiidae), 21-25, 51 (1/2), 2002 

Resolution der MEG: Artenkemntnis der einheimischen Fauna: Ein unverzichtbarer Teil im Lehrplan 
der Gymnasien, 81, 53 (3/4), 2004 

RössLER, G.: Bemerkenswerte Käferfunde aus dem Fichelgebirge und aus benachbarten Naturräumen 
(Coleoptera), 30-37, 49 (1/2), 2000 

RuCKDESCHEL, W.: Die Frühgeschichte der Münchner Entomofaunistik, 102-105, 50 (4), 2001 

Zwei seltene Nachtfalterarten aus den nördlichen Kalkalpen: Trichosea liidifica, Linnaeus, 1758, 
und Panchrysia v-argenteum, Esper, 1798 (Lepidoptera, Pantheidae, Noctuidae), 9-16, 53 (1/2), 
2004 

Begrüßung anläßlich der Eröffnung der Ausstellung "Insektensammlungen - Insektendarstel- 
lungen", 65-67, 53 (3/4), 2004 

Begrüßung zur Festveranstaltung "100 Jahre MEG", 68-69, 53 (3/4), 20 



NachrBl. bayer. Ent. - Inhaltsverzeichnis 49. Jg. 2000-53. Jg. 2004 

Saure, CK.: Sialis sordida Klingstedt, 1932 - eine für Mitteleuropa neue Schlammfliege (Neuropterida, 
Megaloptera, Sialidae), 37-40, 49 (1/2), 2000 

SCHMIDL, J. & BusSLER, H.: 21. Bericht der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Koleopterologen, 24-30, 53 
(1/2), 2004 

Schmidt, L & Klug, Th.: ]udoUa sexmacuMa (Linnaeus, 1758) im Harz (Coleoptera, Cerambycidae), 
84-87, 49 (3/4), 2000 

Schmidt, St.: Zur Erimierung an Dr. Rudolf Bauer (1929-2003), 35, 53(1/2), 2004 

SCHÖNITZER, K.: In Memoriam Dr. Robert Wilhelm Grünwaldt (1909-2003), 33-34, 53 (1/2), 2004 

Schubert, H. & Gruppe, A.: Erratum zu NachrBl. bayer. Ent. 91-96, 48 (3/4), 1999; 20, 51 (1/2), 2002 

Schwibinger, M. & Bräu, M.: Die Tagfalterfauna des Naturraums der Münchner Ebene gestern und 
heute, 152-176, 50 (4), 2001 

Sebald, H., Schönitzer, K., & Diller, E.: Überwinternde Ichneumoniden in Bayern (Insecta, Hymeno- 
ptera, Ichneumonidae, Ichneumonini), 42-50, 50 (1/2), 2001 

Segerer, A. & Reichholf, H.: Zum Vorkommen der Silberweiden-Gespinstmotte {Yponomeuta rorrella 
Hb.) und der Steinweichsel-Gespinstmotte (Y. mahalebella Gn.) in Bayern (Lepidoptera: Ypono- 
meutidae), 17-23, 53 (1/2), 2004 

Sondermann, W.: Anacaena lohsei Berge Henegouwen & Hebauer, 1989: Vorkommen im Bregenzer 
Wald (Nordalpen, Vorarlberg) (Coleoptera: Hydrophilidae), 36, 52 (1/2), 2003 

Späth, J. & Liston, A.: Bestimmung von Blattminen der Blattwespengattung Hetemrthrus an Ahorn 
(Acer sp.) sowie Neunachweise aus Deutschland (Hymenoptera, Tenthredinidae), 60-70, 52 
(3/4), 2003 

Straetz, M., Foitzik, s. & Heinze, J.: First record of the ant Leptothomx crassispinus (Radschenko, 2000) 
from Southern Germany (Hymenoptera, Formicidae), 26-29, 51 (1/2), 2002 

Sturm, R.: Zum Vorkommen von Catocala nupta (Linnaeus, 1767) im Raum Straubing, Niederbayern 
(Lepidoptera, Noctuidae, Catocalinae), 2-10, 51 (1/2), 2002 

Weichselbaumer, E.: Käferfunde aus dem Landkreis Neuburg /Schrobenhausen und Umgebung 
Teil 1 (Coleoptera), 24-34, 52 (1/2), 2003 

— Käferfunde aus dem Landkreis Neuburg / Schrobenhausen und Umgebung Teil 2 (Coleopte- 
ra), 79-89, 52 (3/4), 2003 

Weihrauch, F.: Die Großschmetterlingsfauna an Kulturhopfen {Hnmulus lupulus L.) in der Hallertau, 
11-20,49 (1/2), 2000 

Neubeschreibungen 

Coleoptera 

Monomma vietmvnense Freude, 2000 (NachrBl. bayer. Ent. 49 (3/4), 93-94) 
Nephus (Neplnis) ziegleri Fürsch, 2001 (NachrBl. bayer. Ent. 50 (3), 82-84) 

Lepidoptera 

Agdistis cappadociensis Fazekas, 2000 (NachrBl. bayer. Ent. 49 (1/2), 2-10) 
Agdistis sabokyi Fazekas, 2000 (NachrBl. bayer. Ent. 49 (1/2), 2-10) 

Hymenoptera 

Chfptorlmestiis mgrifemur Hinz, 2000 (NachrBl. bayer. Ent. 49 (1/2), 41-43) 
Znpletlwconüa kasparynui Hinz, 2000 (NachrBl. bayer. Ent. 49 (1/2), 41-43) 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 



69 




Abb. 3: Die Festveranstaltung "100 Jahre Münchner Entomologische Gesellschaft" wurde durch den 
Präsidenten der MEG Dr.-Ing. Dr. Walter Ruckdeschel (rechts) eröffnet; Herbert Frey (links), Sohn des 
langjälirigen Mäzens der MEG und passionierten Käfersammlers Dr. Georg Frey, erhielt die Ehrenur- 
kunde der MEG als Würdigung seiner großzügigen Unterstützung der Gesellschaft (Foto: M. Müller). 



ßungsprojekten oft von entscheidender Bedeutung sind. Eine sachgerechte und nachprüfbare 
Datenerhebung geht aber nicht ohne das Aufbewahren von Belegexemplaren. Sie finden in 
unserer Ausstellung zahlreiche Beispiele für die Belegsammlungen, die unsere Mitglieder im 
Laufe der 100 Jahre angelegt haben. Sie sind heute unersetzliche Quellen zur Beurteilung der 
Veränderungen unserer Fauna. Leider haben uns die Naturschutzgesetze unter Pauschalver- 
dacht gestellt und erschweren unsere Arbeit durch Verbote und Restriktionen. Da selbst Kinder, 
die Kaulquappen oder Scliwärmerraupen zur Beobachtung mit nach Hause nehmen, einer 
Genehmigung bedürfen, finden sich immer weniger Schulen und Erwachsene, die Jugendliche 
für unsere Fachgebiet interessieren. Ich will Sie nicht als Klagemauer behandeln, möchte aber 
doch mit dem Appell schließen, unsere Arbeit zu unterstützen und zu erleichtern, damit wir 
auch in den nächsten 100 Jahren unseren Beitrag leisten können. 



70 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

Grußwort des Regierungspräsidenten von Oberbayern 
Werner-Hans Böhm 

Herzlich begrüße ich den Präsidenten, Dr.-Ing. Dr. Walter Ruckdeschel, den Vizepräsidenten, 
Prof. Dr. Ernst-Gerhard Burmeister, den Geschäftsführer Erich Diller sowie alle Mitglieder, 
Referenten und Ehrengäste. 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

dieser mit Bildern des Lepidopterologen Carl Plötz geschmückten Invitation der Münchner 
Entomologischen Gesellschaft konnte ich selbstverständlich nicht widerstehen. Auch ein der 
Schmetterlingskunde nicht Mächtiger, wie ich, ist von diesen Tafeln in Nachfolge einer Maria 
Sibylla Merian angerührt, mehr aber noch vom sommerlichem Pfauenauge und Zitronenfalter, 
von bunten und großen Schmetterlingen im Regglgebirge in Südtirol oder von Apollofaltern im 
Jura. 

So ist es mir eine große Freude und Ehre, anlässlich der Festveranstaltung zum 100-jährigen 
Jubiläum der Münchner Entomologischen Gesellschaft und des 42. Entomologentages ein Gruß- 
wort an Sie richten zu können. 

Ein Blick in das Festprogramm des heutigen Tages zeigt, dass Sie das Jubiläum nicht dazu 
nutzen, sich selbst zu feiern, sondern dass Sie auch diesen Jubeltag denen widmen, deren 
(Wieder) Entdeckung, Erforschung, Sammlung und Schutz Sie sich verpflichtet haben - den 
Insekten. Unter Ihnen, den Wissenschaftlern und Insektenforschern, werde ich hoffentlich 
lernen, meine laienhafte Einteilung der Insekten in schöne und weniger ansehnliche zu revidie- 
ren und dem Charme, Wert und Nutzen der Haus-Schwebfliege, der Zikaden und Wasserkäfer 
ein wenig näherzukommen. 

Mein Besuch entspricht aber nicht nur persönlichem Interesse, sondern hat auch einen 
veritablen dienstlichen Hintergrund, haben die Regierung von Oberbayern und damit auch ihr 
Chef doch einige Berührungspunkte mit der Entomologie. 

Ich werde darauf noch zurückkommen. Zuvor aber eine - notwendige - Lamentatio. 

Leider kanri ich nicht mit entomologischem Ruhm aufwarten, wie einer meiner Vorgänger 
im Amt, Herr Regierungspräsident Ludwig Osthelder. Er soll nicht nur Teile seiner Sammlung 
griffbereit in den Schubladen seines Amtszimmers aufbewahrt haben - wohl, um sich zwischen 
den dienstlichen Terminen beim Anblick der Schmetterlinge zu erholen; eine beneidenswerte 
Situation. Herr Osthelder, so habe ich gelesen, gilt als der bedeutendste südbayerische Lepido- 
pterologe des letzten Jahrhunderts und hat neben einer "Schmetterlingsfauna Mazedoniens" mit 
seiner mehrbändigen "Schmetterlingsfauna Südbayerns und der Kalkalpen" das Standardwerk 
für dieses Gebiet geschaffen. Ludwig Osthelder war insgesamt 18 Jahre lang Vorsitzender der 
Münchner Entomologischen Gesellschaft. In diesen langen Jahren hat er sich - so ist im neuesten 
"Nachrichtenblatt" nachzulesen - in schwierigen Zeiten der wirtschaftlichen Rezession und der 
Anfänge des Dritten Reichs vom 1923 bis 1938 und nach seiner Reaktivierung als Regierungs- 
präsident von 1947 bis 1949 während des Neuanfangs der Bundesrepublik um den Erhalt und 
das Wachsen der Gesellschaft gekümmert. Ihr amtierender Präsident, der in mehreren Wissens- 
gebieten promovierte Dr. Dr. Walter Ruckdeschel, erinnert in vielem an den früheren Präsiden- 
ten: auch er ein erfolgreicher Spitzenbeamter in leitenden Funktionen, der sich der Entomologie 
verschrieben - ergeben - hat. 

In den Folgejahren wurde bei der Besetzung der Regierungspräsidenten nicht mehr auf die 
entomologische Qualifikation geachtet, so dass ich in Fachfragen der Insektenkunde wie meine 
unmittelbaren Vorgänger auf das Fachwissen der Mitarbeiter in den Naturschutzsachgebieten 
angewiesen bin - und auf das der Münchner Entomologischen Gesellschaft. 
Sie ist seit nunmehr 100 Jahren ein wichtiger und kompetenter Förderer der Insektenkunde und 
ein wichtiges Bindeglied zwischen den Amateuren und den hauptberuflichen Entomologen. 

Die Beschäftigung mit Insekten und ihren Lebensräumen führt notwendig zum Schutz eben 
dieser Lebensräume, also vom Artenschutz zum Naturschutz. Ich danke der Münchiier Entomo- 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 



71 




Abb. 4: Unter den zahlreichen Gästen und Freunden der MEG waren von links: Dr. Wolfram Mey 
(Humboldt-Museum, Berlin), Dr. Klaus Sattler (London), Festredner über die Geschichte der Ento- 
mologie und Bedeutung der Insekten und Dr. Reinhard Gaedike (DEI Eberswalde, Müncheberg). 
(Foto: M. Müller). 



logischen Gesellschaft, die in Paragraph 2 ihrer Satzung ausdrücklich "die Unterstützung der 
Naturschutzbestrebungen in Bayern" aufgenommen hat, für ihr nachhaltiges Engagement, ohne 
das Naturschutz in (Ober-)Bayern weniger umfassend, schwieriger und weniger erfolgreich 
wäre. Das Einbringen Ihres Fachwissens in den Naturschutzorganisationen, in denen Sie mitwir- 
ken, die Weitergabe wichtiger Informationen aus Ihrer Arbeit vor Ort an die Naturschutzbehör- 
den, die Mitarbeit in konkreten Projekten und ciie Unterstützung der Naturschutzbehörden hilft 
wesentlich mit, staatliche Naturschutzarbeit entomologisch zu orientieren. Ihre vor Ort gesam- 
melten Daten und Erkenntnisse fließen über die Datenbank des Landesamtes für Umweltschutz 
in die Landkreisbände des bayerischen Arten- und Biotopschutzprogramms (ABSP, jetzt Bay- 
ernNetzNatur) ein und stellt damit eine wichtige fachliche Grundlage staatlicher Artenschutz- 
politik dar. 

Dass im Einzelfall nicht alle Beteiligten gleichermaßen zufrieden sind mit den Ergebnissen 
der Zusammenarbeit, wie etwa bei der "bti"-Bekämpfung der Stechmücken am Chiemsee, liegt 
in der Natvir der Sache. Ich möchte für die Regierung von Oberbayern betonen, dass wir die 
Zusammenarbeit mit der Münchner Entomologischen Gesellschaft und ihren Mitgliedern unge- 
achtet solcher Zielkonflikte sehr schätzen. 

Ich denke, beim Gespräch von Fierrn Präsidenten Dr. Dr. Ruckdeschel, Herrn Prof. Burmeis- 
TER und Herrn Diller mit den Kollegen der höheren Naturschutzbehörde vor wenigen Wochen 
konnten diese sich davon überzeugen, dass die Regierung von Oberbayern bereit ist, die 
gesetzlich erforderlichen Auflagen beim Sammeln von Insekten möglichst praxisorientiert zu 
gestalten. Dem oft geäußerten Wunsch nach pauschalen Sammelgenehmigungen für den gan- 
zen Regierungsbezirk können wir aus artenschutzrechtlichen Gründen nicht entsprechen, dafür 
bitte ich um Verständnis. Die Regierung ist aber gerne bereit, die gesetzlich notwendigen 
Regelungen möglichst zweckmäßig und wenig aufwendig zu gestalten. 



72 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 







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Abb. 5: Prof. Dr. Dalibor Povolny (Brunn) (links) \ ersteht es, entomologische Geschichten von und 
über Entomologen in seinem Festvortrag lebendig werden zu lassen; rechts Prof. Dr. E.-G. Burmeister, 
Referent der Erfolgsgeschichte der MEG. (Foto: M. Sommerer). 



Ihr Anliegen, Schaden für die Insektenwelt durch "übermäßige" Pflege im Rahmen von 
Vertragsnaturschutzverträgen und Landschaftspflegevereinbarungen zu vermeiden, ist der 
Naturschutzverwaltung durch eine Reihe von Gutachten und wissenschaftlichen Arbeiten be- 
wusst. Die zoologischen Anforderungen mit den Bemühungen in Einklang zu bringen, die 
Verbuschung und Verbrachung von gerade für gefährdete Insekten wichtigen Feucht- und 
Trockenlebensräumen zu vermeiden, ist eine weitere Herausforderung für die Zusammenarbeit 
des staatlichen Natur- und Landschaftsschutzes mit der Münchner Entomologischen Gesell- 
schaft. 

Oberbayern ist nicht nur für die hier lebenden wie für die dieses Land besuchenden 
Menschen ein abwechslungsreiches und schönes Fleckchen Erde, sondern auch für die Insekten. 
Die Regierung von Oberbayern ist sich der besonderen Naturausstattung des Regierungsbezirks 
und ihrer daraus resultierenden Verantwortung sehr wohl bewusst: national bedeutsame Moore 
wie das Murnauer Moos und die Moore im südlichen Chiemgau, deutschlandweit einmalige 
Wildflussstrecken wie die Obere Isar, Trockenrasen im Altmühltal, die Heiden im Münchner 
Norden und die Alpen mit ihren vielfältigen Lebensräumen habe erhebliche Bedeutung nicht 
nur für Pflanzen und Vögel, sondern auch für Insekten. Rund 70 Biotopverbundprojekte des 
BayernNetzNatur verbessern in Oberbayern die Lebensbedingungen auch und gerade für 
Insekten. Als Besonders herausragende Beispiele nenne ich: 

- Die Förderung wärmeliebender Insektenarten durch Entbuschungs- und Beweidungsmaß- 
nahmen in Steinbrüchen und Trockenrasen des Landkreises Eichstätt, die ich vor Jahren 
besucht habe. Mittlerweile besiedelt der Apollofalter in kleinen Populationen, ausgehend 
von sekundären Habitaten in Steinbrüchen, sogar wieder Primärbiotope an den Trockenhän- 
gen des Altmühltals. 

- In den Landkreisen Landsberg, Weilheim, Bad Tölz- Wolfratshausen und Rosenheim werden 
im Rahmen eines Artenhilfsprogramms spezielle Maßnahmen zum Schutz der charakteris- 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 73 

tischen Tagfalterfauna in den Mooren des Alpenvorlandes durchgeführt. Blauschillernder 
Feuerfalter und Hochmoorgelbling erfreuen sich dank ehrenamtlicher Unterstützung 
inzwischen einer vereinbarten Fläche von 650 ha. 
- Außerdem werden zahlreiche Gebiete für Schmetterlinge nach der Flora-Fauna-Habitat- 
Richtlinie der EU ausgewiesen: Skabiosenscheckenfalter, Maivogel, Schwarzblauer und 
Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling seien hier als Beispiele genannt. 

Die Verbindungen zwischen der Regierung von Oberbayern und der Münchner Entomologi- 
schen Gesellschaft sind demnach noch enger, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Das zeigt 
sich auch daran, dass Präsident Dr. Dr. Ruckdeschel bei der Dienstbesprechung der Regierung 
für die Naturschutzfachkräfte am 03.02.2003 in der Laubau einen Vortrag über "Biodiversität aus 
entomologischer Sicht" gehalten hat. 

Ich gratuliere der MEG zum runden Geburtstag, bedanke mich für die vertrauensvolle und 
engagierte Zusammenarbeit, hoffe auf eine gedeihliche Fortsetzung und wünsche der Münch- 
ner Entomologischen Gesellschaft viel Glück und Erfolg in den nächsten 100 Jahren. 



Die Münchner Entomologische Gesellschaft - eine lOOjährige Erfolgsgeschichte 

(Kurzfassung) 

Prof. Dr. Ernst-Gerhard BURMEISTER 

Vizepräsident der Münchner Entomologischen Gesellschaft e.V. 

Die entomologische Forschung im Bereich des heutigen räumlichen Areals des Freistaates 
Bayern begarai in Nürnberg (der damaligen Freien Reichsstadt) durch eine Frau, die vielfach als 
Wissenschaftlerin unterschätzte Maria Sibylla Merian (1647-1717). Ihre Studien zur Biologie 
und Metamorphose der Schmetterlinge, die sie im Austausch mit dem Niederländer Swammer- 
DAN dokumentierte, fanden nach dem 30jährigen Krieg statt, in einer Zeit da vielfach noch an 
eine Urzeugung geglaubt wurde. Die Tradition der "bayerischen" Entomologie setzte August 
Johami RöSEL von Rosenhof (1705-1759) ebenfalls aus Nürnberg in seinen "Insektenbelustigun- 
gen" fort. Diesem folgten so bedeutende Namen wie Jakob Christian Schaeffer mit der Insek- 
tenfauna um Regensburg (1766-1779), die von G. W. F. Panzer (1804) wissenschaftlich überar- 
beitet wurde, und Franz von Paula Schrank (1798-1803) mit seiner "Fauna Boica". Diese 
historischen Werke sind in der Insektenausstellung der MEG und der ZSM zu sehen (12.3. bis 
1.5.2004). Diese Phase der Aktivitäten durch herausragende Einzelpersonen wurde abgelöst 
durch Arbeitskreise, die versuchten die überwältigende Fülle der Insekten zu dokumentieren. 
Publikationsorgane, wie die des Naturhistorischen Vereins von Augsburg, zeigen bereits Mitte 
des 19. Jahrhundert zahlreiche Fundnachweise von Insekten aus bayerisch Schwaben und 
anderen Regionen, mit Ausnahme Südbayerns (Altbayern) auf. So wurde die Münchner Ento- 
mologische Gesellschaft (MEG) Ende 1904 , 50 Jahre nach der Gründung der Deutschen Ento- 
mologische Gesellschaft, ins Leben gerufen. Ein Vorgängerverein in München läßt sieht nicht 
mehr genau rekonstruieren. 

In dieser Zeit Anfang des 20. Jahrlnunderts wurden umfassende und grundlegende Bestim- 
mungswerke, Handwerkszeug der Faunistik, erstellt (Brauer, Bromer, Ehrmann, Ulmer etc.), 
die bis heute fortgesetzt werden. Es verwundert nicht, dass in diese Zeit auch die Gründung der 
MEG fällt. Der Mut der Entomologen in München, dieses Wagnis zur Gründung einer derarti- 
gen Vereinigung einzugehen, ist zu bewundern, da es sich doch bei den Entomologen weitge- 
hend um konkurrenzfürchtende Einzelgänger mit ausgeprägter Territorialverteidigung han- 
delt, die zudem durch besondere Sensibilität auffallen. Dazu sind sie auch Jäger nach Trophäen 
und Schatzsucher. Das Ziel eine Schmetterlingsfauna Bayerns zu erstellen, schweißte offensicht- 
lich die Gründungsmitglieder zusammen. Die Bayernfauna verstand sich zunächst in den 
Grenzen von der Donau bis zum Inn in Tirol, wie alte Fundortkarten zeigen. So trugen sie 



74 NachrBI. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

angesichts der nicht mehr zu bewältigenden Faktenmenge, ihre eigenen Funddaten zusammen, 
denen mit Sicherheit Belegstücke zu Grunde lagen, was heute behördlicherseits vielfach nicht 
notwendig zu sein scheint (s.u.). Dies geschah im Geiste der Satzung der Gesellschaft, die die 
Förderung insbesondere der heimischen hisektenkunde in jeder geeigneten Form zum Ziele 
hatte. Bereits 1938 wurde, dem Zeitgeist entprechend (oder diesem voraus), die "nachdrückliche 
Unterstützung der Naturschutzbestrebungen" hinzugefügt. Die Beschäftigung mit den Kerbtie- 
ren galt - im Gegensatz zu heute - als honorable Profession und war höchst anerkannt. Die 
Bearbeiter galten als herausragende Naturkundler, die ihr Wissen weitertrugen. 

Als Verbreitungsorgan erschienen die "Mitteilungen", handschriftlich gefertigt. Der Inhalt 
bestand aus Funddaten und vor allem aus Protokollen der Vereinstreffen. Erst 1910 wurde die 
Zeitschrift drucktechnisch hergestellt. 

Das Jahr 1907 muß als herausragendes Datum gelten, da bereits 3 Jahre nach der Gründung 
der MEG eine Schmetterlingsausstellung in München auf der Kohleninsel angeregt wurde. 
Diese fand vom 15.-30. Juni 1907 statt, und es ist höchst bemerkenswert, dass bereits zahlreiche 
Sammler aktiviert werden konnten, über 500 Insektenkästen zu präsentieren. Unter den Ausstel- 
lern war auch Prinzessin Therese von Bayern (42 Kästen), die im gesellschaftlich kritisierten 
Alleingang in Südamerika eine umfangreiche Sammlung zusammengetragen hatte. In den 
Annalen findet sich keine kritische Stimme, die über die Tötung der ausgestellten Objekte 
spricht und den dadurch bedingten Verlust der Fauna bemängelt. Vielmehr wird die Schönheit 
besonders betont, die nur an Hand der Objekte selbst zu bewundern sei, in einer Zeit, da die 
Formen und Zeichnungen dem Jugendstil prägende Elemente lieferte. 

Eine weitere große Insektenausstellung fand in München anläßlich des großen Internationa- 
len Entomologenkongresses in Berlin 1938 statt. 

In der Zusammenstellung der Geschichte der MEG in der "Chronik der Zoologischen Staats- 
sammlung" (Scherer 1992) wird immer wieder bemängelt, daß die MEG ausschließlich auf 
Schmetterlinge ausgerichtet sei, obwohl ab 1910 beschlossen wurde, auch andere Insektengrup- 
pen mit in die Betrachtungsweise und die Publikationen des Vereins einzubeziehen. Offensicht- 
lich fehlte es aber an dominierenden Personen, die die übrigen Gruppen entsprechend vertreten 
hätten. Aus dem kleinen Kreis der damaligen Mitglieder etablierten sich bald bedeutende 
Persönlichkeiten, die der Faunistik Impulse gaben und deren Forschungsgrundlagen für den 
Naturschutz heute noch wichtig sind. Hierher gehört in besonderer Weise Ludwig Osthelder, 
ein Begründer der bayerischen Schmetterlingsfaunistik. Insbesondere die Kleinschmetterlinge 
bilden einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Im Gegensatz zu manch anderer Insektengruppe ist die 
Bearbeitung gerade dieser Gruppe ein Paradebeispiel für die regionale Faunistik. Bereits 1916 
taucht der Name Osthelder auf, der die MEG von 1923 bis 1949 als 1. Vorsitzender (mit 
Unterbrechung, s.u.) prägte und anschließend als Ehrenvorsitzender noch weiter wirkte. Als 
Regierungspräsident hatte Ludwig Osthelder in seinem Schreibtisch im Präsidium ein Präpa- 
ratorium eingebaut und spannte dort während seiner Amtszeit Schmetterlinge. Wenn ein 
Besuch kam, machte er einfach die Schreibtischtüre zu. Nur wenn ein Entomologe ihn besuchte, 
zog er freudig seine Spannbretter hervor, um interessante Tiere zu zeigen. 

War diese Eigenart in Dienstzimmern verbreitet? Auch der Coleopterologe Hans Schein, in 
den 60iger Jahren Stadtdirektor von München, hatte in seinem Arbeitszimmer in seinem Schreib- 
tisch einen eingebauten Steckplatz für Käfer, den er vor den Mitarbeitern und verständlicher- 
weise vor dem Publikum streng geheim hielt. 

Osthelders Wirken in der Gesellschaft wurde von 1938 bis 1945 auf Grund politischer 
Abseitsstellung durch den "eingesetzten" Nachfolger Max Dingler unterbrochen. Diese politi- 
schen Verwicklungen, die einen Blutordensträger an die Spitze einer entomologischen Vereini- 
gung hievten, belegen die politische Bedeutung in der Besetzungshierarchie dieses Vereins. 
Dingler war auch 1. Direktor der Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Bereits 
damals zeichnete sich eine Verbindung dieser staatlichen Institution mit der MEG ab, wobei für 
Dingler Behördenvertreter etwa der Staatssammlungen unpersönlich, die der MEG dagen 
überaus freundlich empfangen wurden. 

Beispielsweise befanden sich unter den 1941 insgesamt 295 MEG-Mitgliedern zahlreiche 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 75 

Namen, die die Zoologie in Deutschland prägten. Darunter war auch der bisher einzige Nobel- 
preisträger, Prof. Dr. Karl von Frisch, Entdecker der Bienensprache. 

Eine derartige Vereinigung wird natürlich von den Mitgliedern getragen, die besonders 
auch in der Vergangenheit durch ihren Einsatz und die überregionalen Kontakte den wissen- 
schaftlichen Gehalt ausmachten. Dennoch kumuliert ihre Aktivität in einzelnen Personen, die 
das zusammenfassen, was im Gemeinsinn erarbeitet wurde. So ist Prof. Dr. Fritz Skell (Kunst- 
maler) zu nennen, der nach Osthelder für 11 Jahre den Vorsitz übernahm. 

Auch gab es im Vereinsleben lebhafte, die Grundfesten in Frage stellende Diskussionen. So 
war bereits zur damaligen Zeit als Feind der Studienobjekte, d.h. der geliebten Insekten, die 
Biotopzerstörung auszumachen. 

Während des Vorsitzes von Dingler hatte Dr. b.c. Georg Frey ausgleichend den 2. Vorsitz 
irtne. Er beeinflußte weit über sein Amt hinaus die Geschicke der MEG und ganz besonders in 
finanziell schwierigen Situationen half er beständig dem Verein. Darunter unterstützte er vor 
allem die Publikationsorgane. Der Dank gilt der Familie Frey bis heute, insbesondere Herrn 
Herbert Frey der diese Tradition zu keiner Zeit hatte abreißen lassen und ich ihm deshalb die 
Ehrenurkunde der MEG überreichen darf. 

Die Präsentation von Käferkästen aus der Sammlung G. Frey in der Insektenausstellung 
(Leihgabe der Stiftung G. Frey), die nur einen bescheidenen Teil seines Gesamtwerkes doku- 
mentieren, zeigt in eindrücklicher Weise das Lebenswerk dieses herausragenden Mitgliedes der 
MEG. Diese Sammlung enthält zahllose Typusexemplare, die in Gegenwart und Zukunft uner- 
läßlich als Vergleichstiere ("Urmeter der Art") für jede Art biologischer Forschung (Faunistik, 
Systematik, Ökologie, Phylogenie, Biogeographie, Schädlingskunde etc.) sind. Daß Frey sich 
den Käfern widmete und nicht den Schmetterlingen, war begründet durch seine Farbenblind- 
heit, ein Glück für diese formenreiche Insektengruppe. 

Diese Jahre waren ebenfalls durch Ängste gekennzeichnet, dass Schmetterlinge einen zu 
großen Stellenwert z.B. gegenüber der Käfern einnehmen könnten, obwohl die Coleopterologi- 
sche Gesellschaft, gegründet 1882, mit der Münchner Entomologischen Gesellschaft 1938 fusi- 
onierte. Heute existiert in München wieder ein Käferverein, der jedoch durch die "beidseitigen" 
Mitgliedschaften mit der MEG eng verbunden ist. 

Zu den herausragenden Persönlichkeiten der MEG gehörte vor allem auch der langjährige 
1. Vorsitzende, Dr. Walter Forster. Dieser hat zusammen mit dem Coleopterologen Carl Koch, 
Kustos am Museum G. Frey, die "Mitteilungen" redigiert, wodurch ein Wechsel in der Publika- 
tionsanzahl zugunsten von Käferartikeln gegenüber solchen mit lepidopterologischem Inhalt 
eintrat, was aber stets wieder ausgeglichen wurde. Der Lepidopterologe Forster war in seiner 
aktiven Zeit (1962-1985) stets bemüht, die Entomologie und insbesondere die MEG nicht zuletzt 
durch Einwerbung von Mitteln voranzutreiben. Als Direktor der ZSM (bis 1975) hat er sich ganz 
besonders um eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der MEG und ZSM bemüht. Neben 
der eigenen Sammelaktivität war Forster in besonderem Maße ein "Eintreiber von Sammlun- 
gen", die er nicht nur für die ZSM ankaufte sonder besonders als Spenden eingeworben hat. 
Gleichzeitig pflegte er mit potentiellen Sammlungsgebern intensive Kontakte wie auch die 
Verbindung zu anderen Sammlungen und versäumte keine internationalen Entomologenta- 
gung. Die akribisch geführten Korrespondenzbände versetzen uns heute noch in die Lage, die 
ehemaligen und heutigen Sammlungsbesitzverhältnisse eindeutig zu klären. Gleichzeitig war 
Forster ausgesprochen bibliophil und hat sowohl die Bibliothek der ZSM wie auch die der MEG 
gewaltig erweitert, so dass heute die Bibliotheken zu den bedeutensten zoologischen und 
entomologischen Fachbibliotheken gehören. Die Bibliothek der MEG hat er danach ausgerichtet, 
dass ihr über den Tausch von Zeitschriften eine möglichst breite und internationale Palette an 
Publikationsorganen zufloß. Zum Erbe von Forster gehört der noch heute praktizierte und 
geschätzte wenig bürokratische Umgang mit den Besuchern der ZSM, der bei anderen vergleich- 
baren Institutionen nicht immer der Fall ist. Um die Fachbibliothek und die MEG noch attrak- 
tiver zu machen, begründete Förster 1952 das "Nachrichtenblatt der Bayerischen Entomolo- 
gen", das Vereinsnachrichten und kleineren Meldungen beinhalten sollte, im Gegensatz zu den 
"Mitteilungen der MEG", die mehr systematisch-taxonomisch-zoogeographische Arbeiten der 
Entomologie veröffentlicht. 



76 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

Es sei mir eine Sicht als Museumswissenschaftler erlaubt: Welche Bedeutung die Allianz 
zwischen MEG und ZSM hat, zeigen die Sammlungseinwerbungen für die ZSM, da die MEG 
selbst keine Sammlung unterhält. Die ZSM versucht die Mitglieder der MEG, weitgehend 
Sammler und Liebhaber, davon zu überzeugen, dass sie bereits zu Lebzeiten eine Übereignung 
ihrer Sammlungen vornehmen, da sonst ein dauerhafter Bestand der Sammlung nach Ableben 
des Sammlers nicht gesichert ist. Die Sammlungsbestände der ZSM bestehen zum großen Teil 
aus eingeworbenen Sammlungen - Lebenswerke von Entomologen. Durch viele unterschiedli- 
che Sammlungen erhöht sich die Bedeutung einer Institution als Wissenszentrum. Vielfältige 
Forschungsvorhaben werden dadurch ermöglicht. Es kömien faunistische Bewertungen anhand 
der Funddaten vorgenommen werden, durch zunehmenden Individuenreichtum pro Art kann 
die Variabilität innerhalb der Art festgelegt und kleinere, wie größere taxonomischer Einheiten 
entscheidend besser gefaßt werden. Jeder Systematiker versteht den Wert einer individuenrei- 
chen Sammlung, es bestehen keine Erklärungsnotwendigkeiten, jedoch die Repräsentanten der 
Naturschutzbehörden haben hier offensichtlich Probleme. 

Ein Forschungsaufenthalt in Bolivien von Forster führte dazu, daß er von dieser staatlichen 
Seite als 'Biologe' mit dem Vertreter Perus, dem bekannten Ökologen Dr. Hans Wilhelm 
KOEPCKE, die bis dahin stets umstrittenen dann bis heute gültigen Fischereirechte im Fischver- 
trag von Puno (Titicaca See) sicher in deutscher Sprache regelte. 

Menschenschicksale sind in der Leidenschaft Entomologie verwoben. Ehefrauen von Samm- 
lern müssen besonders duldende Partner sein, da Akzeptanz zur Teilung von Liebe notwendig 
ist. Aber auch die Unmöglichkeit alles bearbeiten zu können, kann in die Verzweiflung und etwa 
wie bei Dr. Karl Daniel in dem Freitod münden. Darüber steht das verzückt staunende Gesicht 
eines Sammlers, der eines seit langem begehrten Insektes ansichtig wird, wie der "Schmetter- 
lingssammler" von Carl Spitzweg. Auch die gemeinsame Leidenschaft beschwört Konkurrenzen 
herauf, die aber auch zu neuen Erkenntnissen führten. So entdeckte der Mitarbeiter von Forster, 
Josef Wolfsberger, im Streit mit Mitsammlern von Nachtfaltern, daß der in der Höhenlage 
oberste Leuchtplatz der Beste war, was er aber niemandem preisgab. Stets nahm er diesen als 
letzter ein und überließ "großzügig" bei der Wahl des Standorts den anderen den Vortritt. Daß 
die Laterne eines 'Rotlichtmilieufahrzeuges' von einem entusiastischen Nachtfaltersammler mit 
der Frage kommentiert wurde: "Welche Gruppe sammeln Sie?" gehört in die Schmunzelecke 
dieser Leidenschaft, die sich hier verschiedenen "Nachtschwärmern" widmet. 

Mit der Übernahme des Amtes des 1. Vorsitzenden durch Forster (1962) wurde durch ihn 
auch der "Bayerische Entomologentag" etabliert. Gleich 2 Jahre später hat der bekannte Schrift- 
steller Ernst Jünger den Festvortrag gehalten. Dieser engagierte Käfersammler und Mitglied der 
MEG, der von sich aus stets betonte, dass er an diesen Tieren nicht wissenschaftlich arbeite, 
sondern einer Liebhaberei nachgehe, belegt eindrücklich, dass die befriedigende Beschäftigung 
mit den Objekten und die Faszination der Formenfülle und der beim Sammeln entdeckten Fülle 
von biologischen Fakten, zu einer glücklichen Lebensweise von Homo sapiens collectionaris führt. 
Gleichzeitig ist die Liebhabersammlung von Ernst Jünger wiederum eine Bereicherung eines 
Museums, des Staatlichen Naturkundemuseum Stuttgart. 

Der Entomologentag war zuerst mit der Insektenverkaufsbörse verbunden, zumal vom 
Mitveranstalter (Firma Reitter) die gesamte Saalmieten im "Künstlerhaus" beglichen wurde. 
Die Einsicht, dass Sammelaktivität und Liebhaberei mit kommerzieller Vermarkti.mg von Insek- 
ten nicht vereinbar ist, war die Ursache für eine Trennung von der Börse und für die Ortsver- 
lagerung in die ZSM. 

Die Ablehnung der MEG gegenüber der Vermarktung von Insekten gilt weiterhin als 
oberstes Gebot. Jüngste Meldungen zeigen, daß gerade die Machenschaften von Händlern die 
gesamte Entomologie, die sich auf seriöse Sammelaktivität gründet, in Mißkredit bringt. Darum 
erscheint es zwingend, daß sich die Mitglieder der MEG auch vehement gegen die Gleichmache- 
rei mit derartigen kommerziell ausgerichteten Aktivitäten zur Wehr setzen, wollen sie ihre 
Glaubwürdigkeit nicht verlieren. 

In der Historie besonders hervorzuheben ist der Auszug der ZSM und damit auch der MEG 
1985 aus dem Nordflügel des Nymphenburger Schlosses in den futuristischen und zweckmäßi- 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 77 

gen Neubau an der Münchhausenstraße in München, dem heutigen Vereins- und Tagungsort 
der MEG. 

Dr. Wolfgang DiERL rief die Schmetterlings-Bestimmungsabende ins Leben, die bis heute 
abgehalten werden. Sie wurden durch den freien Zugang zu der Sammlung und deren nun 
vorhandenen systematischen Ordnung ermöglicht. Durch Dr. Martin Baehr folgten diesen 
kürzlich auch abendliche Treffen der Coleopterologen in der ZSM. 

Ein Teil der Erfolgsgeschichte 

1. Die MEG liefert seit nunmehr 100 Jahren einen erheblichen Beitrag zur Verbreitung von 
wissenschaftlichen wie sammlungsrelevanten Mitteilungen und Berichten, auch wenn kurz- 
zeitig das Erscheinen der Zeitschriften in dem gewohnten Umfang über die gesamten 100 
Jahre nicht immer gesichert erschien. Die Bibliothek der MEG, die von der ZSM mitbetreut 
wird und damit die untrennbare Verbindung in besonderer Weise dokumentiert, belegt 
durch starke Frequentierung ihre Bedeutung. 

2. Die entomologischen Bestände der ZSM hätten ohne die MEG nicht die Bedeutung, die 
ihnen heute zustehen. Bei einigen Insektengruppen sind sie nicht nur national an erster Stelle 
sondern auch weltweit (größte Schmetterlingssammlung der Welt!). Ich beglückwünsche 
Sie als Mitglieder der MEG zu diesem Stellenwert, es ist großteils mit ihr Verdienst. Auch 
gilt der Dank an alle, die als Spezialisten die Museumsentomologen maßgeblich unterstüt- 
zen. 

3. Die Mitarbeit der Mitglieder der MEG hat entscheidend zu Forschungen auf dem Gebiet der 
Taxonomie, Systematik. Biogeographie, Phylogenie mit beigetragen. Diesen Forschungen 
lagen, im Gegensatz zu immer mehr "schaumschlägerischen" Arbeiten, die reproduzierba- 
ren Objekte zu Grunde, die allein dem wissenschaftlichen Anspruch genügen. Ein Teilgebiet 
sei hervorgehoben: die Bearbeitung der Fauna, insbesondere Schmetterlinge des alpinen 
Raumes. 

4. Die Mitglieder der MEG haben bei der Ausweisung von Schutzgebieten mitgearbeitet, 
besonders durch ihre Sammelaktivitäten und anschließender Bearbeitungen des Materials. 
Dass man diese Arbeitsergebnisse in den Behörden benötigt, aber nicht liebt, zeigt das 
Beispiel Murnauer Moos. Dieses mit 42 Quadratkilometer große zusammenhängende Moor- 
gebiet wurde von Spezialisten faunistisch-ökologisch untersucht und der Schutzstatvis in 
einer aufwändigen Abhandlung begründet. Von der Unterschutzstellung erfuhren die Be- 
teiligten zufällig durch die Presse. 

Es sollte in Erinnerung gerufen werden, dass Mitglieder der MEG Schutzprogramme durch- 
geführt haben. So wurde etwa versucht, die unmittelbar vom Aussterben bedrohte südbaye- 
rische Population von Zygaena faiista zu retten, d.h. im Schutzgebiet der Pupplinger Au (Isar: 
Insel südlich des Ickinger Wehrs) anzusiedeln. Eine Kiesbaggerung im Schutzgebiet machte 
dieses Vorhaben zu Nichte. Ein Vorgang der von den zuständigen Behörden zunächst als 
vollkommen unmöglich, dann aber genehmigungsfähig dargestellt wurde. 

5. Die Mitglieder der MEG haben bei der Erstellung von Artenschutzlisten und sog. "Roten 
Listen" mitgearbeitet, die auf den speziellen KeiTUtnissen der dynamischen Entwicklung der 
Biozönosen beruhen. Auch hier fehlt nach der Datenweitergabe die Akzeptanz. Die Institu- 
tionen, die diese Daten benötigten, waren weitgehend nicht bereit, die Erhebung der Daten 
durch Sammelaktivität zu erleichtern. Auch hier brauchen die entsprechenden Stellen die 
Entomologen, aber sie lieben sie, d.h. uns nicht. 

6. Die nur sehr bedingte Akzeptanz des Sammeins zur Datenerhebung zeigt die Problematik 
auf, gegen die wir permanent zu kämpfen haben, jedoch zumindest einige Behördenvertre- 
tern konnten durch Erklärungen der Notwendigkeit von Belegen zur Datenerhebung zum 
Nachdenken angeregt werden. Hier sei den Mitgliedern auch für ihre stete Hilfe und 
Unterstützung des Vorstandes gedankt. Dies hat zur Folge, dass zukünftig Erleichterungen 



78 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

beim Erwirken von langfristigen und großräumigen Genehmigungen erreichbar sind. Auch 
wenn die festzementierten Strukturen unverrückbar erscheinen, werden wir durch weiteres 
Bemühen auch den Generationswechsel in den Ämtern zu nutzen versuchen, der den 
Käseglockenschutz hoffentlich durch eine wissenschaftlich begründeten Dynamikschutz 
mit entsprechender Dokumentation ersetzt, was teilweise europaweit schon erkannt wird, 
nur im nationalen Bereich noch nicht durchgedrungen zu sein scheint (z.B. FFH-Richtlinie). 

7. Die kleine Ausstellung, die wir angesichts dieses Jubiläums mit bescheidensten Mitteln 
zusammengestellt haben, ist ebenso eine Erfolgsgeschichte. So danke ich an dieser Stelle 
allen Beteiligten für Ihre Mithilfe. Die Bereitschaft zur Mithilfe war von Seiten der Sammler, 
also Ihnen, überwältigend. Seien Sie von Seiten der ZSM versichert, dass wir im Gegensatz 
zu den Naturschutzbehörden Ihre Tätigkeit und Ihr Engagement zu schätzen wissen. 

Ziel der unermüdlichen Kontaktaufnahmen mit den entsprechenden Behörden ist eine Aner- 
kennung der Sammeltätigkeit als "ordnungsgemäße Nutzung", wie diese für andere Interessen- 
gruppen auch gilt, da nur dadurch eine Biotopbewertung möglich ist. 

Sorgenkind bleibt der entomologische Nachwuchs. Ein Problem, das alle vergleichbaren 
Vereine besitzen. Schule und Lehrer leisten hier keinen Beitrag mehr (fehlende Ausbildung an 
den Universitäten, keine Etablierung in den Lehrplänen). Welche Auswirkungen sich dadurch 
für unsere Umwelt abzeichnen, läßt tiefste Panik aufkommen. Welche Generation wird die letzte 
sein, die die Reste der Natur noch erfahren kamn und "begreifen" wird. Wenn durch Verbote und 
mangelnde Ausbildung und Erziehung niemand mehr Tiere und Pflanzen kennt, fallen Defizite 
nicht mehr auf. Dann hat eine sich abzeichnende Politik ihr Ziel erreicht, und es können endlich 
andere Interessengruppen über diese Naturreste herfallen. Was dann übrig bleiben wird, kann 
sich jeder ausmalen. Die Analyse der Natur darf nicht nur inkompetenten Privilegierten vorbe- 
halten sein. Hier ist unermüdliche Werbung und Ansprache um Verständnis bei den Natur- 
schutzverbänden wie Behörden notwendig. Für die nächsten 100 Jahre bleibt also noch "sehr 
viel" zu tun. Darum werden wir nach Günter Eich weiterhin "Sand im Getriebe des sich 
abzeichnenden Zeitgeistes" sein. 



Neues zur Phylogenie der Insekten 

Gerhard HASZPRUNAR 

Direktor der Zoologischen Staatssammlung 

In den letzten Jahren haben sich unsere Vorstellungen zum Ursprung und der Großphylogenie 
der Insekten (Hexapoda) teilweise dramatisch geändert. Gründe für diesen Paradigmenwechsel, 
der zur Zeit noch immer im vollen Gange ist, sind: (1) Neue Fossilfunde, insbesondere aus dem 
Kambrium (Chengjiang-Fauna - Frühkambrium, Burgess-Shale-Fauna - Mittelkambrium, 
Orsten-Fenster - Spätkambrium), aber auch Silur und Devon (s.u.); (2) Die molekularen Daten, 
insbesondere Sequenzvergleiche ribosomaler Gene, aber auch von kodierenden Genen und 
Proteinen sowie mitochondriale Genomorganisation ("mitogenomics"); (3) Resultate der "high- 
tech-morphology", insbesondere vergleichende Untersuchungen zur Ultrastruktur der Photore- 
zeptoren und neuroanatomische Befunde; schließlich (4) Genexpressions-Darstellung ("Evo- 
devo") zur Homologisierung von Extremitäten(derivaten). 

Die klassische Sicht der Arthropoden-Phylogenie (Abb. 1) sah die Insekten als Schwester- 
gruppe der Myriapoda, zusammengefasst als Tracheata. Die neuen Datenfelder (s.o.) hingegen 
gehen übereinstimmend davon aus, dass die Insekten die Schwestergruppe der malacostracen 
Crustaceen sind (Abb. 2). Diese Überlegungen werden sowohl stark von den molekularen Daten 
als auch von morphologischen Merkmalen gestützt. Interessanterweise und ergänzend wurde 
erst kürzlich ein hexapoder mariner Arthropode aus dem Devon beschrieben. Die Landerobe- 
rung durch Myriapoda und Hexapoda ist somit unabhängig voneinander (und von jener der 
Chelicerata) vermutlich im Silur erfolgt. Die neusten molekularen Daten lassen darüber hinaus 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 



79 



Arthropoda 



Euarthropoda 



Mandibulata 



Tracheata 



ONYCHOPHORA 

CHELICERATA 

CRUSTACEA 

MYRIAPODA 

HEXAPODA 



Abb. 1: Klassische Sicht der Arthropoda-Phylogenie: die Tardigrada (nahe den Onychophora) sind 

aus didaktischen Gründen nicht eingetragen. 

A, Synapomorphien der Tracheata: Tracheen, keine 2. Antenne, Malpighi-Gefäße, Abdominalstyli, 

etc. 



Arthropoda 



Euarthropoda 



Mandibulata? 



ONYCHOPHORA 

CHELICERATA 

MYRIAPODA 

Remipedia 

Cephalocarida 

Branchiopoda 

■ Maxillopoda 

■ Malacostraca 

• HEXAPODA 



rParadoxopode 



-*Crustacea* 



Abb. 2: Heutige Sicht der Arthropoda-Phylogenie. Auch die Monophylie der Mandibulata (versus 
Paradoxapoda) und Hexapoda (vor allem die Zugehörigkeit der apterygoten Taxa Diplura und 
Protura) ist derzeit zweifelhaft, aber im Gegensatz zu Tracheata und Uniramia noch nicht widerlegt. 

C, Morphologische Synapomorphien der Tetraconata (Crustacea & Hexapoda): tetraconate Ocellen 
der Facettenaugen, Neuralverschaltung der Beine. Die Hypothese Tetraconata wird durch die mole- 
kularen Daten sehr stark gestützt. 

D, Morphologische Synapomorphie der Malacostraca & Hexapoda: Chiasma opticum der Facettenau- 
gen. Auch hier kommen viele molekulare Datensätze hinzu. 



auch an der Monophylie der Mandibulata Zweifel aufkommen; häufig stehen die Myriapoda als 
Schwestergruppe der Chelicerata ("Paradoxopoda"-Konzept). Auch die Monophylie der Hexa- 
poda wird bezweifelt, dies betrifft aber ausschließlich die Zugehörigkeit der Diplura und 
Protura, die möglicherweise unabhängig die Hexapodie (sechs Beine) und Entognathie (ver- 
deckte Mundwerkzeuge) erworben haben. 

Innerhalb der Insecta (Abb. 3) ist die Monophylie der Pterygota unbestritten, ebenso die 
darin basale Stellung der Ephemeroptera und Odonata. Möglicherweise ist die aquatische 
Lebensweise der Larven dieser Taxa für die Pterygota ein ursprünglicher Zustand. Bezüglich 
der hemimetabolen Gruppen stimmen molekulare und morphologische Bäume recht gvit über- 
ein, lediglich die Zoraptera (Bodenläuse) und die erst kürzlich entdeckten Mantophasmatodea 
müssen derzeit als incertae sedis angesehen werden. Morphologie und molekulare Daten zeigen 
übereinstimmend die Monophylie der Holometabola. Coleoptera sind rein molekular paraphy- 
letisch (aus morphologischer Sicht mehr als unwahrscheinlich); Gleiches gilt für die Mecoptera 
bezüglich der Siphonaptera (aus morphologischer Sicht denkbar). Insgesamt haben die moleku- 
laren Daten (im Wesentlichen die Seciuenzvergleiche der 18S rDNA) die morphologischen 
Bäume einerseits zu über 90 % bestätigt, andererseits wichtige neue Impulse erbracht. Sicher 
aber ist: (1) Keiner ist dabei gewesen, es handelt sich stets um Wahrscheinlichkeitsüberlegun- 
gen; (2) Fortsetzung folgt. 



80 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 



Entognatha? 



Hexapoda 



Ectognatha = Insecta sensu stricto 



— Dicondylia 



— Pterygota 



Polyneoptera 



Neoptera 



Eumetabola 



Holometabola 



DIPLURA 
. PROTURA 



COLLEMBOLA 

_ ARCHAEOGNATHA 

— ZYGENTOMA 

— EPHEMEROPTERA 
— ODONATA 

— ORTHOPTERA 

— PHASMIDA 

— PLECOPTERA 

— EMBIIDINA 

— GRYLLOBLATTARIA 

— MANTOPHASMATODEA 

— DERMAPTERA 

— ZORAPTERA 

— ISOPTERA 

— MANTODEA 

— BLATTARIA 

— HEMIPTERA 

— THYSANOPTERA 

PSOCOPTERA 

PHTHIRAPTERA 

HYMENOPTERA 

MECOPTERA 

SIPHONAPTERA 

NEUROPTERA 

MEGALOPTERA 

RAPHIDIOPTERA 

COLEOPTERA 

LEPIDOPTERA 

TRICHOPTERA 

STREPSIPTERA 

DIPTERA 



Abb. 3: Heutige Sicht der Insekten-Phylogenie, insbesondere unter Einbezug der molekularen Daten 
(nach verschiedenen Autoren kombiniert). Die Monophylie benamiter Taxa (Ausnahme Entognatha) 
ist statistisch gut gestützt. 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 81 

Resolution der Münchner Entomologischen Gesellschaft 

Artenkenntnis der einheimischen Fauna: 
Ein unverzichtbarer Teil im Lehrplan der Gymnasien 

Die Münchner Entomologische Gesellschaft sieht sich dem Schutz der einheimischen Natur 
als Lebensgrundlage für Insekten seit ihrer Gründung vor nunmehr 100 Jahren besonders 
verpflichtet. Eine breite Artenkenntnis der einheimischen Fauna und Flora ist seit jeher zentrale 
Grundlage für jede Art von Naturschutz: 

■'Man kann nur schützen, was man kennt!" 

Im Zusammenhang mit der Einführung des 8-stufigen Gymnasiums (GS) ist auch eine Ände- 
rung und Straffung der Lehrpläne notwendig. Bisher wurden den Schülern die Insekten in der 
7. Klasse im Biologie-Unterricht vorgestellt. In Zukunft wird es in der 7. Klasse voraussichtlich 
keinen Biologie-Unterricht im herkömmlichen Sinne mehr geben. Das neu eingeführte Fach 
"Natur und Technik" (NuT) wird dieses wichtige Fachgebiet voraussichtlich nicht mehr im 
gleichen Umfang abdecken. NuT ist als freies (spielerisches) Experimentieren konzipiert, mit der 
Zielsetzung, Naturphänomene wahrzunehmen und naturwissenschaftliche Arbeitsmethoden 
kennen zu lernen. Dennoch ist das Wissen von der Vielfalt der Natur, die Artenkemitnis, heute 
ein so wichtiger Unterrichtsstoff wie noch nie. Nur mit guten Grundlagen in der Artenkenntnis 
kann man Jugendlichen das "Verantwortungsbewußtsein für Natur und Umwelt", das eines der 
obersten Bildungsziele nach dem Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (Bay. EUG) ist, 
nahebringen. 

Die Münchner Entomologische Gesellschaft fordert die Verantwortlichen dringend auf, der 
Artenkenntnis der einheimischen Fauna und Flora einen angemessenen Anteil zu zuweisen! 

Beschlossen von der Mitgliederversammlung der MEG am 42. Bayerischen Entomologentag, im 
100. Jahre des Bestehens der Gesellschaft. München, den 12. März 2004 



Zur Reaktion des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus 

Die im Verlauf des 42. Bayerischen Entomologentages einstimmig beschlossene Resolution 
wurde dem zuständigen Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus zugeleitet 
mit der dringlichen Bitte um Berücksichtigung bei der zukünftigen Lehrplangestaltung. Von 
Seiten dieses Ministeriums erfolgte bereits am 24.03.2004 eine Reaktion, die um Verständnis 
bittet, "dass die erforderliche Weiterentwicklung des Gymnasiums an manchen Stellen auch mit 
Einbußen verbunden ist". Inwieweit diese Zeiteinbußen zum Unterhalt von "neuen Fächern 
(z.B. Informatik)" ausgerechnet bei der Biologie allgemein rekrutiert werden müssen, ist in Frage 
zu stellen. Ausgerechnet das Wissen um unsere Umwelt soll dabei auf der Strecke bleiben, da 
Kenner der Natur für die Politik allemal zu den unbeliebten Zeitgenossen gehören, weil diese 
den Finger in die Wunde von Naturdefiziten legen können. Was veranschaulicht dies nicht 
nachhaltiger als der Hinweis in dem erwähnten Schreiben auf die Versicherung, "dass Schüler- 
innen und Schüler im Rahmen von Natur und Technik den für die Unterstufe unverzichtbaren 
biologischen Themen und damit dem Artenschutz begegnen werden". Nicht mehr Biologie mit 
der Vermittlung der Bedeutung von Artenkenntnis sondern Artenschutz steht hier im Vorder- 
grund. Dass aber zum Artenschutz die Kenntnis der Arten Grundlage und Voraussetzung ist, 
wird hier vergessen. Offensichtlich wird hier erneut der unverzeihliche Fehler des " Käseglo- 
ckenschutzes' begangen, der bereits heute zu entscheidenden Naturdefiziten geführt hat. Durch 
Einführung des Artenschutzes ist nicht eine einzige Art mehr geschützt worden, d.h. konnten 
ihre Bestände sich dadurch nicht großräumig etablieren. Die Behinderungen der Artenkenner 
haben vielmehr dazu geführt, daß andere Interessengruppen sich inzwischen großer Teile 



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unserer Restnatur bemächtigen konnten, ohne kontrolliert zu werden. Die Entwicklungen in 
den Schulen führen zum weiteren Aussterben der Kontrolleure, auch wenn die Opposition im 
bayerischen Landtag versichert (Antwortschreiben vom 23.03.2004), die Inhalte, die dort im 
neuen Fach gelehrt werden sollen, genau zu prüfen. 

E.-G. Burmeister 



Zur Ausstellung "Insektensammlungen und Insektendarstellungen" 

Anläßlich des 100-jährigen Bestehens der Münchner Entomologischen Gesellschaft wurde am 
Abend vor dem 42. Bayerischen Entomologentag die Ausstellung "Insektensammlungen und 
Insektendarstellungen" durch Frau Barbara Rütting (MdL) in den Räumlichkeiten der Zoologi- 
schen Staatssammlung eröffnet. All denen, insbesondere den vielen Mitgliedern der MEG, die 
ohne Zögern Sammlungsstücke für diese Präsentation zur Verfügung gestellt und Einblicke in 
ihre "kaum gewürdigte Arbeit" gewährt haben, danken die für die Ausstellungsgestaltung 
Verantwortlichen ganz besonders. Das allgemein überwältigende Echo und das beständig große 
Interesse an dieser Ausstellung, die vom 14.3. bis zum 2.4.2004 der Öffentlichkeit zugänglich 
war, hat dazu geführt, daß eine Verlängerung mit Matinee-Veranstaltung bis zum 30.4.2004 
anberaumt wurde. Mit etwa 2900 Besuchern war es die bisher bedeutendste Präsentation in der 
Zoologischen Staatssammlung, und dies spiegelt das Interesse an diesen Krabbeltieren, den 
eigentlichen Herrschern der Erde, wieder. Trotz der Darstellung von unliebsamen Fiausgenos- 
sen, Schädlingen und giftigen Vertretern der sechsbeinigen Zunft, neben den Schönheiten, 
skurrilen Formen und besonderen Lebenskünstlern, war das Interesse ungetrübt, auch Schul- 
klassen wurden zusätzlich von Mitarbeitern der ZSM durch die Ausstellung geführt. Die Fülle 
des Gezeigten läßt sich durch nichts besser belegen, als dass einige Besucher sogar vier mal die 
Ausstellung besucht und eingehend studiert haben. Auch der in "Handarbeit" gestaltete und 
aufgelegte Ausstellungskatalog fand viele Liebhaber. Ein kleiner Teil der präsentierten Objekte 
und Schaubilder zeigen Impressionen, die das Leben der Insekten und die Bedeutung von 
Insektensammlungen beleuchten. Dazu gesellen sich in einem besonders harmonischen Rahmen 
die Werke von Künstlern, die das Thema 'Insekt' zu ihrem Schaffensbereich gemacht haben. 

E.-G. Burmeister 




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Aus der Münchner Entomologischen Gesellschaft 

Bericht über das 16. Treffen der südostbayerischen Entomologen 

Das Frühjahrstreffen fand diesmal erst am 6. April 2003 statt, da für die Exkursion zum 
Aufsuchen von Psychiden-Säcken Schneefreiheit Voraussetzung war. Aufgrund des späten 
Termins und der speziellen Themenstellung war diesmal der Zuspruch (mit etwa 20 Teilneh- 
mern) aus Südbayern und Salzburg etwas geringer, als sonst. 

Ziel der Nachmittagsexkursion war ein Mischwaldgebiet südlich von Neubeuern nahe der 
Straße nach Nußdorf a. Inn, das sich bei einer Vorbegehung durch H. Kolbeck und G. Fuchs als 
ergiebig herausgestellt hatte. An Baumstämmen und kleinen Felspartien wurden alte oder auch 
mit Raupen oder Puppen besetzte Säcke von insgesamt 7 Psychiden-Arten {Diplodonia laichartin- 
gella (GOEZE, 1783), Dahlien triquetrella (Hübner, 1813) f. parth., Dalilicn cf. UcheneUa (Linnaeus, 
1761), Taleporia tubulosa (Retzius, 1783), Proiitia betidina (Zeller, 1839), Psi/che casta (Pallas, 1767) 
und Psyche crassiorella (Bruand, [1851])) gefunden. Eine kleine Gruppe - Hr. Haslberger mit 
Sohn, Fr. und Hr. Kaesweber, Hr. Scheuringer - konnten bei nicht idealer Witterung die Säcke 
in situ sehen. 

Im Hotel Post in Rohrdorf fand dann ab 19.30 h, diesmal unter der Leitung von Emil 
Scheuringer, das Abendtreffen mit einem Diavortrag statt. Es folgt die vom Referenten Helmut 
Kolbeck (Weng) zusammengestellte Kurzfassung des Dia-Vortrags . 

"Psychiden - ihre Lebensweise und Vorkommen in Bayern" 

Helmut Kolbeck wies zunächst auf die wechselvolle Stellung der Arten der Familie Psychidae 
im System der Lepidoptera hin, die sich bis heute auf den Wissensstand zur bayerischen 
Faunistik auswirkt: ein Teil der Arten, die größer und leichter präparierbar waren, wurde lange 
Zeit als "Groß"-Schmetterlinge gesehen und entsprechend dokumentiert, ein anderer Teil, auch 
begünstigt durch die Verwendung von zusätzlichen Familien - z.B. Talaeporidae - oder Plazie- 
rung der Arten mit geflügelten Weibchen bei den Tineidae, wurde als Kleinschmetterlinge 
betrachtet und entsprechend geringer ist die Datenlage zur bayerischen Fauna. Die "übliche" 
Trennung in Groß- und Kleinschmetterlinge läßt sich ungefähr auf die Mitte des 19. Jahrhun- 
derts festlegen, die sonderbare Spaltung der Familie Psychidae ist aber bereits von den ersten 
Autoren praktiziert worden, die Arten als "Phalaena Bombyx" oder "Phalena Tinea" beschrieben 
haben, abhängig davon, ob es sich um etwas robustere Arten mit auffällig gefiederten oder 
kleinen Arten mit fadenförmigen Fühlern handelt. Die Überbewertving eines eiiizigen Merkma- 
les, gepaart mit sehr unterschiedlichem Aussehen der männlichen Falter, hat somit zu einer 
Spaltung geführt, die sich noch über lange Zeit in der Faunistik bemerkbar machen wird. In 
neuerer Zeit werden die Sackträger zusammen mit den Echten Motten, Tineidae, in der Über- 
familie Tineoidea zusammengefasst, was durch eine Reihe von gemeinsamen Merkmalen ge- 
stützt wird. 

In Europa ist die Familie Psychidae mit 215 Arten vertreten, in Deutschland sind 45 Taxa 
sicher nachgewiesen. Für Bayern sind bisher 35 Taxa in 34 Arten belegt, somit ist die Psychiden- 
Fauna ähnlich artenreich wie in Baden-Württemberg (33 Taxa), wobei aber nur 30 Taxa in beiden 
Bundesländern vorkommen; die Unterschiede erklären sich durch den alpinen Teil Bayerns und 
besonders thermophile Arten. 

Bei der Vorstellung der in Bayern heimischen Arten kamen immer wieder Dias von Peter 
Lichtmannecker, Adlkofen, zum Einsatz, der diese dankenswerterweise zur Verfügung gestellt 
hat. Die Dias konnten ansatzweise einen Eindruck vermitteln, welche Faszination von den 
einfarbig farbenfrohen Psychidae und ihren charakteristischen, arttypischen Raupensäcken 
ausgeht. 



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In der Unterfamilie Narycinae sind vier Gattungen mit 12 Taxa in Bayern vertreten; als Beson- 
derheit ist hervorzuheben, dass in den Gattungen Diplodoma und Narycia die Weibchen voll 
flugfähig sind, lediglich eine geringfügige Reduktion der Flügel führt zu schwachem Sexualdi- 
morphismus. Bei den anderen Gattungen sind bei den pupifugen Weibchen die Flügel vollstän- 
dig reduziert. 

Diplodoiiia laichartiii^clla (GoEZE, 1783) und Diplodoma adspcrsella Heinemann, 1870, sind im 
Aussehen der Falter und bezüglich Sackaufbau ähnlich - der Doppelsack erinnert an einen, an 
einem Faden hängenden Krümel Detritus - sie unterscheiden sich geringfügig in der Größe aber 
deutlich in Verbreitung und Nachweissituation. D. laichartiiigclln wird verbreitet, aber aufgrund 
der hervorragenden Tarnung des Sackes nur in geringer Zahl immer wieder gefunden. D. adsper- 
selln kommt /kam in Bayern nur im Alpenraum vor, der letzte Nachweis datiert aus dem Jahre 
1935. 

Ähnlich wie bei dem vorherigen Artenpaar verhält es sich auch bei Narycia duplicella (Goeze, 
1783) und Nanjcia astrcUa (Herrich-Schäffer, 1851): N. duplicella wird verbreitet an den verschie- 
densten Baumarten gefunden, wo die Rinde mit Algen und Staubflechten bedeckt ist. Funde 
über 500 m NN sind selten. N. nstrclla kommt in weit verstreuten Populationen, örtlich manch- 
mal in größerer Anzahl und auch auf felsigem Untergrund vor. Die Säcke sind mit dem Material 
der Umgebung - Algen und Staubflechten - bedeckt und somit vorzüglich getarnt. 

Die Arten der Gattung Dahlica (ehemals Soleiwbia) sind als Falter und mit Ausnahme von 
Dahlien triquetrella (Hübner, 1813) auch hinsichtlich des Sackbaues sehr ähnlich. Letztere kommt 
in einer parthenogenetischen Form sehr verbreitet vor, dagegen ist die nominotypische, bisexu- 
elle Form sehr lokal aus dem Raum Erlangen (historisch), Regensburg und Passau bekannt. Die 
Säcke sind stark dreikantig, robust und an den Kanten mit Chitin-Resten von toten Insekten 
belegt. 

Dahlica licheuella (Linnaeus, 1761) ist eine parthenogenetische Art mit großer Verbreitung 
aber herabgesetzter Nachweisdichte, da die Säcke mit feinstem Mulm-Material bedeckt sind und 
oft zur Verpuppung an geschützten Stellen angesponnen werden. 

Die Arten Dahlica funiosella (Heinemann, 1870), Dahlica eharlottae (Maier, 1957), Dahlica wockii 
(Heinemann, 1870) und Dahlica saitteri (Hättenschwiler, 1977) sind als Falter nur über Schup- 
penformen und bei schlecht erhaltenem Material über Genitalindizes bestimmbar. Bei gezüch- 
tetem Material sind die zwar ähnlichen, in Details aber doch charakteristischen Säcke sehr 
hilfreich bei der Bestimmung der Arten. Das Suchen der kleinen unauffälligen Säcke ist zeitauf- 
wändig, mit Glück können Populationen auch gefunden werden, wenn im zeitigen Frühjahr in 
den Morgenstunden (7h-9h) die Männchen an untersonnten Waldrändern schwärmend ange- 
troffen werden. Die Arten weisen regionale Schwerpunkte der Verbreitung auf (D. icoekii, 
D. eharlottae), insgesamt wäre eine größere Nachweisdichte wünschenswert. 

Siederia pineti (Zeller, 1852) ist oft mit Vorkommen von Kiefer vergesellschaftet, die Flugzeit 
liegt Ende April /Anfang Mai etwas später als bei den Drt/;//a7-Arten. Der Sackaufbau ist 
ebenfalls ähnlich, durch die rundere Form und oft vorhandenen Farbzonierungen jedoch er- 
kemibar. 

Männchen von Dahlien-Arten und S. pineti werden selten aber immer wieder zufällig beim 
Lichtfang festgestellt. Die Männchen schlüpfen nach einem sonnigen Tag am Abend, am darauf- 
folgenden Morgen setzt dann, auch wenn die Nacht sehr kalt war, der Schwärmflug ein. 

Die Unterfamilie Taleporinae ist nur mit einer Art, Taleporia tubidosn (Retzius, 1783) in 
Bayern vertreten. Die Art ist in Wäldern weit verbreitet und in Laubwäldern auch häufig. Der 
Sack ist lang und dreikantig und kamt v.a. an Baumarten mit glatter Rinde das ganze Jahr über 
festgestellt werden. Mämtchen werden immer wieder am Licht beobachtet (s.o.); die Weibchen 
sind pupifug, die Reduktion betrifft nur die Flügel. 

Melasinn cilinris (Ochsenheimer, 1810) ist der einzige Vertreter der Unterfamilie Typhoniinae 
in Mitteleuropa. Die Art ist in Bayern auf die Alpen beschränkt und zuletzt 1971 im Spitzingsee- 
Gebiet nachgewiesen worden. Dieser Fund liegt relativ tief, normalerweise kommt die Art über 
der Baumgrenze vor. Auch bei dieser Art sind die Weibchen geflügelt und voll flugfähig. 



86 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

Die fünf Vertreter der Unterfamilie Psychinae sind meist leicht bestimmbar, insbesondere wenn 
Falter und Sack bei gezüchteten Tieren gleichzeitig vorliegen. Die Weibchen sind pupifug, die 
Reduktion betrifft nur die Flügel. 

Bacotia clmistrella (Bruand, 1845) ist relativ schmalflügelig und ohne Metallglanz; bei Männ- 
chen, die immer wieder beim Lichtfang erscheinen, gibt ein schwacher Diskoidalfleck Hinweis 
auf diese Art. Die schwarze Raupe lebt in einem gedrungenem, glockenförmigen Sack, der 
rechtwinkelig von der Oberfläche absteht. Als Belang können kleine Rindenteile oder Flechten- 
stückchen angeheftet sein. 

Pwutia betiiUna (Zeller, 1839) ist in gewissem Maße wärmeliebend, bevorzugt werden 
sonnige Waldmäntel, wo Eiche und Hainbuche vorkommen. Zur Zeit der Buschwindröschen- 
Blüte bäumen die Raupen auf, dies ist der Zeitpunkt an dem die Art nachweisbar ist. Der 
längliche Sack ist unregelmäßig mit kleinen Blattfragmenten belegt. 

Brumidia comitella (Bruand, 1853) ist mit alten Nachweisen nur aus dem Alpengebiet be- 
kamit, der letzte Fund datiert aus dem Jahr 1975. Durch die gegitterte Flügelzeichnung ist der 
Falter gut erkennbar, der Sackaufbau ist aber den Psi/d!t'-Arten ähnlich. 

Beim Artenpaar Psyche castn (Pallas, 1767) und Psyche crassiorella (Bruand, [1851]) ist erstere 
mit Ausnahme der landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen überall anzutreffen, die grö- 
ßere P. crassiorella ist nur an wärmegetönten Standorten auffindbar. Die Männchen weisen 
bronzefarbenen Glanz auf, und unterscheiden sich normalerweise in der Größe. Beide Arten 
belegen den Sack der Länge nach mit dünnem Material, meist Stücke von Grashalmen. Der Sack 
von P. crassiorella ist größer und meist mit derberem Material belegt als der Sack vom P. casta. 
Bei Nachweisen ausschließlich über Sackfunde sind mehrere Säcke von einem Standort zu 
berücksichtigen, da einzelne luxuriende, weibliche Säcke von P. casia durchaus die Größe von 
P. crass/ore//ß-Säcken aufweisen können. 

Aus der Unterfamilie Epichnopteriginae sind ebenfalls fünf Arten aus Bayern bekannt. Bei 
den Weibchen sind auch Beine und Fühler weitgehend reduziert, in der Phase der Partnerfin- 
dung, die auf wenige Stunden am Tage beschränkt ist, schieben sie sich nur etwas aus dem Sack 
heraus. 

Bijugis homhycella ([Denis & Schiffermüller], 1775) kommt fast auschließlich in Südbayern 
vor. Da die Männchen an grauen Tagen schon am späten Nachmittag aktiv sind und auch 
bereitwillig zum Licht kommen, wird die Art immer wieder festgestellt. Der mit Grashalm- 
Stücken der Länge nach belegte Sack hat ein quastenförmiges Aussehen und wird in der 
Bodenvegetation selten gefunden. 

Das Artenpaar Rebelia herrichiella Strand, 1912, und Rehelia bavarica Wehrli, 1926, ist der 
schwierigste Fall in der bayerischen Psychiden-Fauna, da bisher noch keine detailierten Unter- 
suchungen durchgeführt wurden. R. herrichiella ist weiter verbreitet, die Flugzeit liegt überwie- 
gend im Mai. R. bavarica ist auf trockenheiße Standorte beschränkt und die wenigen Daten liegen 
im Juli. Die leicht gebogenen, mit Erdkrümmel bedeckten Säcke sind an der Bodenoberfläche nur 
sehr mühsam auffindbar, die meisten Daten stammen daher von Falterfunden, da beide Arten 
etwa ab 17h schwärmen. 

Epichnopterix plumella ([Denis & Schiffermüller], 1775) und Epichnopterix sieboldii (Reutti, 
1853) sind dagegen wieder leicht erkennbar. £. plumella, die starke Bestandeinbußen erlitten hat, 
ist größer, einfarbig schwarz und fliegt in den frühen Abendstunden, die kleinere, unterseits 
lehmgelbe E. sieboldii fliegt am Vormittag in Magerrasen-Biotopen. Im Einzeljahr liegt die 
Flugzeit mehrere Wochen auseinander, die Flugzeit von £. sieboldii ist mit der Blüte von Pulsa- 
tilla-Arten korreliert - wie von Gerald Fuchs treffend angemerkt wurde - £. plinnella folgt daiin 
je nach Witterung im Frühjahr und Höhenlage ab Anfang Mai. Säcke werden sehr selten 
gefimden, diese sind der Länge nach mit feinsten Halmen oder Blattspreiten von Gräsern 
bedeckt. 

Bezüglich der elf Vertreter aus der Unterfamilie Oiketicinae ist auffällig, dass von den meist 
großen Arten mit bis zu 5 cm großen, ins Auge fallenden Säcken kaum mehr aktuelle Nachweise 
existieren. Die Weibchen weisen eine sehr weitgehende Reduktion von Beinen und Fühlern auf, 
nur eine kleine Kopfkapsel unterscheidet sie bei oberflächlicher Betrachtung von Fliegenmaden. 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 87 

Beim Schlüpfvorgang öffnen die Weibchen zwar den Sack, schieben sich aber kaum mehr aus 
ihm heraus. Die ersten drei Gattungen mit je einer Art weisen geschlechterbedingt einen 
deutlich unterschiedlichen Sackaufbau auf, bei den anderen Arten sind die weitgehend iden- 
tisch aufgebauten Säcke erst kurz vor der Verpuppung unterscheidbar, weil bei männlichen 
Individuen der Sack um eine Gespinströhre verlängert wird. 

Acanthopsychc alra (Linnaeus, 1767) ist in mageren Waldstandorten oder Mooren mit dem 
Vorkommen von Heidekraut vergesellschaftet. Der männliche Sack ist wirr mit kleinen, unre- 
gelmäßige Pflanzenteilen, der weibliche Sack ist mehr regelmäßig mit Blatt- oder Nadelstück- 
chen längs belegt. 

Die beiden Arten Canephora hirsiita (Poda, 1761) und Pacin/tlielia villosclla (Ochsenheimer, 
1810) ähneln sich im Sackaufbau, die Säcke, welche Männchen ergeben, sind mit sehr großen, 
verschiedenen Pflanzenteilen besetzt, die Weibchen bedecken den Sack mit zurechtgebissenen, 
regelmäßig angeordneten Teilen. In der Regel gilt: bei P. villosella ist das Material gröber und die 
Säcke etwas größer. Von C. hirsiita sind v.a. aus Nordbayern noch verstreut mehr Nachweise 
bekannt, P. 'oillosella ist nur noch von zwei Orten aktuell belegt. 

Leptoptcrix hirsiiteUa ([Denis & Schiffermüller], 1775) ist nur aus den Hochlagen der Alpen 
bekannt, als ostalpines Faunenelement erreicht die Art in den Allgäuer Alpen die westliche 
Verbreitungsgrenze. Nachweise sind spärlich und nur in größeren Abständen - 10 bis 20 Jahren 
- vorhanden. 

Die beiden Arten Ptilocephala iniiscella ([Denis & Schiffermüller], 1775) und Ptilocephala 
pihimifera (Ochsenheimer, 1810) unterscheiden sich wieder deutlich in Verbreitung und Nach- 
weishäufigkeit. P. miiscella hat Vorkommen von der südlichen Oberpfalz, dort auf Trockenrasen, 
über Niederbayern, wo viele Standorte ausgelöscht sind, hin zu den oberbayerischen Moorge- 
bieten. Der Sack ist längs mit Blattspreiten von Gräsern belegt. Von P. plitmifera gibt es Nachwei- 
se der alpinen Form aus dem Allgäu und Reliktvorkommen im mittelfränkischen Gipskeuper- 
Gebiet. Der Sack ist mit Bruchstücken von Moosen belegt. 

Megniophanes viciella ([Denis & Schiffermüller], 1775) kommt fast ausschließlich in Südbay- 
ern vor, wo große Talräume mit Niedermooren und die voralpinen Moorgebiete besiedelt sind. 
Der Sack ist mit dünnen Halmstückchen regelmäßig c^uer belegt. Die Männchen kommen in der 
frühen Dämmerung auch zum Licht. 

Phalacropterix graslineUa (Boisduval, 1852) ist wiederum als extrem seltene Art zu betrachten, 
deren wenige, aktuelle Funde über hunderte von Kilometern in Bayern verstreut sind. Der Sack 
ist mit kürzeren und längeren Halmstücken quer belegt und wird mit einem Gespinst überzo- 
gen, dadurch erhält er ein kugeliges Aussehen. Als Lebensräume werden Trockenrasen bis hin 
zu Moorstandorten genutzt. 

Sterrhopterix fiisca (Haworth, 1809) ist weiter aber nicht durchgängig verbreitet, die boreo- 
montane, etwas größere Sterrhopterix standfussi (Wocke, 1851) kommt nur in den Alpen und im 
Bayerischen Wald vor. Die Säcke sind wirr mit feinsten Pflanzenteilen belegt, die meisten 
Nachweise werden aber über Lichtfang erzielt, da beide Arten bereitwillig anfliegen. 

Als letzter Vertreter der Psychiden ist die in Bayern parthenogenerische Apterona helicoidella 
(Vallot, 1827) zu nennen, deren Sack einem kleinen Schneckengehäuse ähnelt. Die Art ist in den 
nordbayerischen Kalkgebieten lokal verbreitet, ansonsten sind Funde in Zusammenhang mit 
Bahnanlagen bekannt, was auf Verschleppung hindeutet. 

In abschließenden Worten an die Zuhörer, die sich mit einer lebhaften Diskussion mischten, 
äußert Helmut Kolbeck den Wunsch, dass mehr Daten zur Familie Psychidae erhoben werden. 
Die Bestandssituation bei einigen Arten der Oiketicinae ist als kritisch zu werten, da noch vor 
20 oder 30 Jahren die Arten immer wieder über die auffälligen Säcke belegt wurden. Neuere 
Funde sind deshalb sehr wichtig und sollten dokumentiert werden. Dazu eignen sich auch die 
Wintermonate, und an exponierten Stellen wie Felsvorsprünge, Straßenleitplanken, kleine Bau- 
werke am Waldrand (Kapelle, Brunneiihaus usw) wird man schnell fündig. Wenn das Auge 
geschult ist, sind die Säcke der kleineren Arten auch an Baumstämmen in untersonnter Lage zu 
finden. 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 



Aufruf zur Mitarbeit 

Um die Datenlage zur bayerischen Psychiden-Fauna zu verbessern, übernimmt Helmut KoL- 
BECK, Weng, die Bestimmung von bayerischen Material. Freilandfunde, gezüchtetes Material mit 
Sackbeleg - Weibchen in Alkohol geben - und Aufsammlungen von leeren Säcken erhöhen die 
Datendichte und ermöglichen detailiertere Angaben zur Verbreitung. 

Kontaktadresse: Helmut Kolbeck, Zieglerstr. 17, D-84187 Weng; 
E-Mail: hk.elachista@t-online.de 

Beim Frühjahrstreffen wurde auch das laufende Projekt Erfassung der Noctuidenfauna Südost- 
bayerns angesprochen. Es wurde das nächste Erfassungsblatt (Umfrage 11, Gattungen Brachio- 
mjcha bis Bnjokiica, Nr. 1029-1140 nach Förster & Wohlfahrt) verteilt. Hierzu wird erneut auf 
den im NachrBl. bayer. Ent. 52(3/4), S. 89 f. veröffentlichten Aufruf hingewiesen, sowie auf die 
Möglichkeit, alle Umfrage-Formblätter über Internet (MEG-Homepage: www.zsm.mwn.de/ 
meg) abzurufen. Zu Rückfragen stehen weiterhin E. Scheuringer oder W. Ruckdeschel zur 
Verfügung. 

Die nächsten Treffen: 

17. Treffen, Di. 19. Oktober 2004, Diavortrag S. Lewandowsky und H. Fischer: "Schmetterlinge 
Zyperns". 

18. Treffen, Di. 22. Februar 2005, Auswertungen zu südostbayerischen Noctuiden (Forts.) 
(W. Ruckdeschel, E. Scheuringer; mit Lichtbildern). 

Dr.-Ing. Dr. Walter Ruckdeschel 

Westerbuchberg 67 

D-81477 Übersee 

Tel.: 08642-1258 oder 089-796464 

Fax: 089-74995666 

E-Mail: Dr.WalterRuckdeschel@t-online.de 



MEG-Mitglieder liefern wichtige Beiträge zum Naturschutz 
- Ergebnisse der Mitgliederumfrage zur Mitarbeit beim Naturschutz - 

Im Februar 2003 hat die MEG im "Nachrichtenblatt" (52 (1/2) 2003) einen Aufruf veröffentlicht, 
Aktivitäten der Mitglieder zur Unterstützung der staatlichen Naturschutzprojekte mitzuteilen. 
Anlaß war der Eindruck des Vorstandes, daß die Naturschutzverwaltung zwar in großem 
Umfang auf die Facherfahrung und die von unseren Mitgliedern unter großem Zeitaufwand 
und Einsatz privater Mittel erhobenen Daten zurückgreift, diese Dienste aber kaum anerkennt 
und nicht ausreicherid erleichtert. 

Auf die Umfrage gingen zahlreiche Antworten ein. Insbesondere danke ich Günter Baisch 
(Biberach-Mettenberg), Peter Brandl (Kolbermoor), Rudolf BucK (Bamberg), Gerald Fuchs 
(Gauting-Buchendorf), Walter Hundhammer (Füssen), Werner Kaessweber (Riedering-Wurms- 
dorf), Andrew LiSTON (Frontenhausen), Dr. Gisela Merkel-Wallner (Kötzting), Bertram Peters 
(Tiefenbach); Gerhard Schuster (Schwabmünchen) und Karl Wallner (Olehing) für die oft 
ausführlichen schriftlichen Antworten. Daneben fanden in der Auswertung auch verschiedene 
mündliche Auskünfte ihren Niederschlag. Die Auswertung hält sich an die im "Nachrichten- 
blatt" veröffentlichte Fragenliste: 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 89 

a) Mitgliedschaft in amtlichen Gremien 

Mitgliedschaften in Naturschutzbeiräten bei den Bezirksregierungen und bei Landkreisen, 
Gutachtertätigkeiten für Behörden in Naturschutzfragen, Mitgliedschaft in entsprechenden 
Gremien 

b) Mitarbeit bei den Roten Listen 

Sowohl bei der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands als auch Bayerns, z.B. Bayerische 
Rote Liste Landwanzen (Heteroptera, Geocorisae), Wasserwanzen (Hydrocorisae, Gerro- 
morpha), Schwebfliegen, Käfer, Nachtfalter, Tagfalter, Kleinschmetterlinge 

c) Mitarbeit am Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) 

Mitarbeit bei verschiedenen ABSP-Bänden, z.B. Cham, Fürstenfeldbruck, Ostallgäu, Rosen- 
heim, Schwandorf, Starnberg, Traunstein und bei Landkreisverband-Fortschreibungen. 
Seit 2000 zahlreiche Tag- und Nachtbeobachtungen von Schmetterlingen im "Biotopverbund 
Eggstätt-Hemhofer Seenplatte" und in benachbarten Moorgebieten, ein Projekt, das der 
Umsetzung des ABSP im Lkr. Rosenheim dient. 

d) Mitarbeit bei Atlasprojekten des LfU 

Libellenatlas, Heuschreckenatlas, Tagfalteratlas (jeweils Datenbeiträge, Textbeiträge und 
Teilkoordinationen). 

e) Mitarbeit bei Kartierungsprojekten 

Umfangreiche Datenlieferungen über verschiedenste Insektengruppen zur Artenschutzkar- 
tierung (ASK) des LfU. - Erfassung der Nachtfalter- und Kleinschmetterlingsfauna des 
Nationalparks Berchtesgaden (Gesamtprojekt). - Erfassung der Noctuidenfauna SO-Bay- 
erns (Gesamtprojekt, Projektgruppe Rohrdorf). 

f) Mitarbeit bei Erhebungen zu Eingriffsvorhaben 

u.a. Erhebungen zu Libellen, Heuschrecken, Schmetterlingen 

g) Mitarbeit bei Artenschutzprojekten 

Bestandsaufnahme des Hochmoorgelblings im bayerischen Voralpengebiet. Schutzvor- 
schläge zur Erhaltung der Vorkommen gefährdeter Wanzenarten für das LfU. Schutz ge- 
fährdeter Tagfalterarten im Fußbergmoos (Lkr. FFB) 
h) Mitarbeit bei Vorschlägen zu FFH-Gebietsausweisungen 

Stellungnahme der MEG aufgrund einer Umfrage bei den Mitgliedern, die verschiedene 
Gebietsvorschläge enthielt, mit Meldungen von FFH-Arten 
i) Mitarbeit bei Schutzgebietsausweisungen 

u.a. wurde der "Bamberger Hain" mit seltenen Käfervorkommen (Großer Eichenbock, 
Hirschkäfer, Juchtenkäfer) auf Initiative unserer Mitglieder in den Europäischen Biotopver- 
bund "Natura 2000" aufgenommen. In der Vergangenheit wurden zahlreiche Naturschutz- 
gebiete unter Einbeziehung faunistischer Erhebungen von MEG-Mitgliedern ausgewiesen, 
j) Mitwirkung bei der Zustandserfassung in Schutzgebieten 

nur vereinzelt, da die Behörden entomologische Arbeiten in Schutzgebieten in der Regel 
nicht genehmigen, 
k) Lieferung allgemeiner faunistischer Daten 

z.B. über Wanzenarten, über Blattwespen auch in NSG, über bayerischen Microlepidoptera 
(gesammelt in der Zentraldatenbank der ZSM/Dr. A. Segerer); - Datenbeiträge zur Groß- 
schmetterlingsfauna Tirols; zahlreiche Einzeldatenmeldungen auch in Verbindung mit Ge- 
nehmigungsauflagen 
1) sonstige Mitarbeit 

Mitwirkung bei einer Wanderausstellung des Umweltministeriums über das Biotopver- 
bund-Gebiet Eggstätt-Hemhofer Seenplatte (Schaukästen mit Moorfaltern). - Mitarbeit bei 
der besonders erfolgreichen Ausstellung "Insektensammlungen - Insektendarstellungen" in 
der ZSM vom 14.03.-01.05.04; - Mitarbeit in Projektgruppen des Bayer. Staatsministeriums 
für Landwirtschaft und Forsten (Gebietsmanagement Natura 2000). - Mitarbeit in der 
Arbeitsgruppe Biologische Qualitätssicherung der Wasserwirtschaftsverwaltung. - Mitar- 
beit in taxonomischen Arbeitsgruppen. - Mitarbeit bei der Biotopkartierung Baden-Würt- 
temberg und bei anderen Naturschutzprojekten dieses Bundeslandes. - Stellungnahmen zu 



90 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 

Einzelfragen des Naturschutzes bes. auf Anfrage von Kommunen und Landkreisen. - 
Veröffentlichung naturschutzrelevanter Daten und Ergebnisse in den Publikationen der 
MEG. - Fachvorträge zur Fortbildung von Mitarbeitern der Staatsverwaltung. 

Zu erwähnen sind auch die Beiträge der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen 
(ABE Vors. H. Kolbeck), des Arbeitskreises Entomologie des Landesbundes für Vogelschutz 
(Ltg. Dr. G. Merkel-Wallner) und des BFA Entomologie des NABU (Ltg. Prof. Dr. G. 
Müller-Motzfeld, Sprecher der BAG Schmetterlinge: Dr. O. Kudrna), deren Mitglieder 
teilweise auch MEG-Mitglieder sind, Fortbildungsveranstaltungen, Vorträge und Exkursio- 
nen für die breite Öffentlichkeit 

Diese sicher nicht vollständige Aufstellung spricht für sich: Der amtliche Naturschutz ist auf die 
Beiträge unserer ehrenamtlich tätigen Entomologen angewiesen. Wollte der Staat die Fachexper- 
tisen statt dessen über Werkverträge bei Firmen ("Büros") einkaufen, würde dies sowohl an den 
fehlenden Haushaltsmitteln als auch an zu wenigen Spezialisten scheitern. Leider scheint aber 
diese Erkenntnis in der Naturschutzverwaltung noch nicht weit verbreitet zu sein, sonst würde 
unsere Arbeit nach Möglichkeit erleichtert und nicht vielerorts noch behindert. Während die 
Regierung von Oberbayern inzwischen verschiedene Anregungen zur praxisgerechteren Gestal- 
tung der naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigungen aufgegriffen hat, behandeln andere 
Regierungsbezirke Anträge noch sehr restriktiv. Auch die Landesämter, die in starkem Maße 
aus den Datenlieferungen unserer Mitglieder ihren Nutzen ziehen, sollten sich endlich gegen- 
über ihren Obersten Behörden artikulieren! Ziel sollte es sein, bayernweit einheitliche, großzü- 
gigere Regelungen für die Erhebung naturschutzrelevanter entomologischer Daten zu schaffen. 
Andernfalls ist absehbar, daß immer weniger Fachdaten zur Verfügung stehen werden, weil 
kaum mehr Jugendliche für diese Arbeitsgebiete zu gewinnen sind und immer mehr bayerische 
Entomologen ihre Tähgkeit in fernere Länder verlagern. Die Konsequenz ist abzusehen. Die 
Datenbasis des Naturschutzes wird immer dünner werden, schon jetzt sind reale Wissensver- 
luste zu verzeichnen (s. z.B. Rote Liste Mikrolepidopteren). Der Naturschutz sägt am eigenen 
Ast. 

Dr.-Ing. Dr. Walter Ruckdeschel 
Präsident 



Tagungsankündigungen 

7. Tagung des BFA Entomologie (NABU) in Berlin vom 24.-26. September 2004. Thema: Insekt 
und Pflanze. Kontakt: Prof. Dr. G. Müller-Motzfeld, Zool. Inst, und Museum, Joh.-Seb.-Bach- 
Str. 11/12, D-17489 Greifswald; E-Mail: kaefermm@mail.unigreifswald.de; Tel.: 03834/ 
823647, Fax: 03834/864252 

6. Hymenopterologen-Tagung in Stuttgart vom 01.-03.10.2004. Kontakt: Dr. Till Osten, Staat- 
liches Museum für Naturkunde Rosenstein 1, D-70191 Stuttgart; Fax: 0711/899936-100; E-Mail: 
osten.smns@naturkundemuseum-bw.de 

17. Westdeutscher Entomologentag im Aquazoo - Lübbecke Museum Düsseldorf am 20 und 21. 
November 2004. Anmeldung von Kuzvorträgen und zur Tagung bei Dr. Norbert Lenz, Insecta- 
rium, Aquazoo - Löbbecke Museum, Kaiserswerther Straße 380, D-40200 Düsseldorf. Fax: 0211 / 
98-94493; E-Mail: norbert.dr._lenz@stadt duesseldorf.de. 

24. Jahrestagung der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen e.V. (GdO) in Freising 
vom 18.-20. März 2005. Tagungsort: Kardinal-Döpfner-Haus am Freisinger Domberg. Anmel- 
dung von Vorträgen bis 01.12.2004, Anmeldung zur Teilnahme bis 17.01.2005. Kontakt: Dr. 
Florian Weihrauch, Jägerstr. 21A, D-85283 Wolrizach; E-Mail: Florian.Weihrauch@t-online.de 



NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 91 

Programmvorschau 2004/2005 

Mi 15.09.04 Diavortrag; Heinrich Kerschl (München): "Tansania - Wandern mit den 

Gnus", ZSM, 18.15 Uhr 

Fr 17.09.04 Vortrag; Christoph Sindern: Bird Controlling - "Vogelschlagprobleme an eu- 

ropäischen Verkehrsflughäfen", ZSM, 19.00 Uhr 

Di 05.10.04 Arbeitstreffen interessierter Coleopterologen; Sektion Coleoptera, ZSM, ab 

17.00 Uhr (Veranstalter: Societas Coleopterologica e.V und MEG), Leitung: Dr. 
Martin Baehr 

Mo 11.10.04 Bestimmungsabend Lepidoptera; Sektion Lepidoptera, ZSM, ab 16.30 Uhr, 
Leitung: Dr. Axel Hausmann. Mit Kurzvortrag (Themenvorschläge sind will- 
kommen) 

Fr 15.10.04 Diavortrag; Prof. Dr. Josef H. Reichholf (ZSM): "Schwarzfedrige Intelligenz - 

Leben und Leisti.mgen von Rabenkrähen", ZSM, 19.00 Uhr 

Mo 18.10.04 Bibliotheksabend; ZSM, 16.00 bis 20.00 Uhr, Leitung: Dr. Juliane Diller 

Di 19.10.04 17. Treffen Südostbayerischer Entomologen, Diavortrag: S. Lewandowsky 

und H. Fischer: "Schmetterlinge Zyperns", (Hotel zur Post, Rohrdorf) 19.30 Uhr 

Mi 20.10.04 Diavortrag; Prof. Dr. Andreas Wanninger (Kopenhagen): "Island und Grön- 

land - Trekking zwischen Europa und Amerika", ZSM, 18.15 Uhr 

Di 02.11.04 Arbeitstreffen interessierter Coleopterologen; Sektion Coleoptera, ZSM, ab 

17.00 Uhr (Veranstalter: Societas Coleopterologica e.V und MEG), Leitung: Dr. 
Martin Baehr 

Mo 08.11.04 Bestimmungsabend Lepidoptera; Sektion Lepidoptera, ZSM, ab 16.30 Uhr, 
Leitung: Dr. Axel Hausmann. Mit Kurzvortrag (Themenvorschläge sind will- 
kommen) 

Mi 17.11.04 Diavortrag; Dr. Michael Schrödl (ZSM): "Meeresbiologische Exkursion nach 

Nord-Sulawesi", ZSM, 18.15 Uhr 

Fr 19.11.04 Diavortrag; Markus Frenzel: "Spechte und ihre Nachmieter - Beobachtungen 

an sieben Spechtarten in bayerischen Naturreservaten", ZSM, 19.00 Uhr 

Sa 20.11.04 "Tag der offenen Tür" - Tierisch gut - in der Zoologischen Staatssammlung 

München, 9.00 bis 17.00 Uhr 

Di 30.11.04 Arbeitstreffen interessierter Coleopterologen; Sektion Coleoptera, ZSM, ab 

17.00 Uhr (Veranstalter: Societas Coleopterologica e.V und MEG), Leitung: Dr. 
Martin Baehr 

Mo 06.12.04 Weihnachtsfeier der MEG mit Verlosung im üblichen, gemüflichen Rahmen; 
ZSM ab 18.00 Uhr. Wir bitten die Gäste, uns zahlreiche und schöne Lose 
(interessante Insekten, Bücher, Bilder etc.) zur Verfügung zu stellen. 

Mi 15.12.04 3-D Lichtbildervortrag; Fritz Ochotta (Pfaffenhofen/Roth): "Bei den Stachel- 

schweinen der Toskana", ZSM, 18.15 Uhr 

Fr 17.12.04 Diavortrag; Kai Gedeon: "Im Land der Paradiesvögel - Auf den Spuren des 

Omithologen Ernst Mayr in den Arfak-Bergen von West Papua", ZSM, 19.00 Uhr 

Mo 10.01.05 Bestimmungsabend Lepidoptera; Sektion Lepidoptera, ZSM, ab 16.30 Uhr, 
Leitung: Dr. Axel Hausmann. Mit Kurzvortrag (Themenvorschläge sind will- 
kommen) 



SMITHSONIAN INSTITUTION LIBRARIES 




92 3 9088 01 140 3250 NachrBl. bayer. Ent. 53 (3/4), 2004 



Di 25.01.05 Arbeitstreffen interessierter Coleopterolqgen; Sektion Coleoptera, ZSM, ab 

17.00 Uhr (Veranstalten Societas Cöleopt^.Ojlogica e.V und MEG), Leitung: Dr. 
Martin Bae^r' ,i,..L i -> •*" ,/ / ■ 

Mo 14.02.05 Bestimmungsabend L^pi^optera/ Sektion Lepidoptera, ZSM, ab 16.30 Uhr, 
Leitung: Dr. Axel Hausmann. Mit Kürzvortrag (Themenvorschläge sind will- 
kommen) 

Di 22.02.05 18. Treffen Südostbayerischer Entomologen (Hotel zur Post Rohrdorf), 

19.30 Uhr; Auswertungen zu südostbayerischen Noctuiden (Forts.) (W. RucK- 
DESCHEL, E. Scheuringer; mit Lichtbildern) 

Di 22.02.05 Arbeitstreffen interessierter Coleopterologen; Sektion Coleoptera, ZSM, ab 

17.00 Uhr (Veranstalter: Societas Coleopterologica e.V und MEG), Leitung: Dr. 
Martin Baehr 

Vorankündigung 

Fr 11.03. 05 Ordentliche Mitgliederversammlung der MEG; ZSM, 17.30 Uhr und Gemüt- 
liches Treffen im Gasthof "Zum Grünen Baum", Verdistraße 41, ab 19.00 Uhr 

Fr /Sa 43. Bayerischer Entomologentag; Thema: "Insekten in alpinen und monta- 

11./ 12.03.05 nen Lebensräumen" 

Die Dia- Vorträge werden gemeinsam mit den "Freunden der Zoologischen Staatssammlung 
München e.V." und der "Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e.V." veranstaltet. Zu allen 
Veranstaltungen sind Gäste herzlich willkommen, der Eintritt ist frei. Veranstaltungsort (wenn 
nicht anders angegeben): Hörsaal der Zoologischen Staatssammlung München, Münchhausen- 
str. 21, 81247 München-Obermenzing (S2 Haltestelle Obermenzing). 

Tel.: 089/8107-0, Fax: 089/8107-300 

E-Mail: megmail@zsm.mwn.de, Internet: www.zsm.mwn.de/meg 



Bankverbindung der MEG für internationale Beitragsüberweisung 

Hypo Vereinsbank (BLZ 700 202 70) 

Kto Nr. 305 719 

IBAN: DE20 7002 0270 0000 3057 19 

SWIFT (BIG): HYVEDEMMXXX 



Legende zu den Abbildungen S. 82 und 83 

Abb. 1: Ausstellungsbereich in der ZSM, im Hintergrund historische Wandtafeln aus der Lehrsamm- 
lung des Zoologischen Instituts München, vorne einige der vielen Insektenkästen aus den Sammlun- 
gen der Mitglieder. 

Abb. 2: Historische Gebrauchsgegenstände eines Entomologen: Mikroskop, Keschersack, Druckma- 
schine, Kleber, Nadeln, dahinter ein Diorama zur Biologie des Bananenfalters. 

Abb. 3: Insektenfallen: vorne Klopfschirm, im Hintergrund Leuchttuch, links Weidengezweig mit 
Moschusbock, rechts Vitrine mit wertvoller historischer Literatur aus der Entomologie. 
Abb. 4: Nicht nur genadelte Insekten wurden ausgestellt - eine Vitine mit lebenden Stab- und 
Gespenstheuschrecken. 

Abb. 5: Kunst und Wissenschaft: an der Wand die künstlerische Darstellung einer Libelle, darunter 
Sammlungskästen mit Scarabaeiden. 

Abb. 6: Die Sammelarbeit findet ihren Niederschlag in Veröffentlichungen (Brehmer über Tenebrio- 
niden) und in der Beschreibung neuer Arten (besonderer Typenreichtum in der Cerambyciden- 
Sammlung von Hüdepohl). 
(Alle Abbildungen: M. Müller)